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Brasilien: Verbot des Waffenhandels

Das Referendum für ein generelles Verbot von Schusswaffen in Brasilien ist gescheitert. Auf die Frage: "Soll der Handel mit Waffen und Munition in Brasilien verboten werden?" antworteten 65 Prozent mit Nein.

So die ersten Teilergebnisse am Sonntag. Für ein generelles Waffenverbot sprachen sich nach diesen Angaben der zentralen Wahlkommission nur 35 Prozent aus, berichtete die Zeitung „Folha de Sao Paulo“. Diese Zahlen beruhten auf der Auszählung von 75 Prozent der Stimmen.

In dem südamerikanischen Land stirbt durchschnittlich alle 15 Minuten ein Mensch durch eine Schussverletzung, und die Mordrate ist eine der höchsten der Welt. Befürworter des Waffen-Verbots hatten eine Entwaffnung der Bevölkerung als einen wichtigen Schritt hin zu einer friedlicheren Gesellschaft gepriesen.

Gegner des Waffenverbots verwiesen jedoch darauf, dass sich Kriminelle selten Waffen legal kauften. Ein Erfolg des Referendums hätte ihrer Ansicht nach die vom Staat nicht ausreichend geschützten Bürger dann schwer bewaffneten Banditen gänzlich wehrlos ausgesetzt. Ihre Argumente kehrten die anfängliche Zustimmung zu einem Verbot im Juli von etwa 80 Prozent fast ins Gegenteil um.

Viele Bürger hatten sich besorgt darüber geäußert, dass sie ein Verbot hilflos mache gegenüber bewaffneten Kriminellen. Das Vertrauen in die Polizei ist gering, die Einsatzkräfte gelten als ineffizient und korrupt. Die Teilnahme an dem Referendum war Pflicht.

Nach Angaben der UNESCO sterben in Brasilien 22 von 100.000 Menschen durch Verbrechen, die mit Feuerwaffen verübt werden. Proportional gesehen ist das nach Venezuela die zweithöchste Zahl weltweit. In absoluten Zahl liegt Brasilien vorn. Im vergangenen Jahr wurden nach Regierungsangaben 36.000 Menschen erschossen, 3000 weniger als im Vorjahr.

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