Brasilien und Mexiko stehen im Achtelfinale

MExiko bejubelt einen klaren Sieg gegen Kroatien und den Einzug ins WM-Achtelfinale.
MExiko bejubelt einen klaren Sieg gegen Kroatien und den Einzug ins WM-Achtelfinale. ©AP
Mexikos Nationalmannschaft steht zum sechsten Mal in Folge im Achtelfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft. "El Tri" setzte sich am Montag im entscheidenden Spiel um den Aufstieg aus Gruppe A in Recife gegen Kroatien mit 3:1 (0:0) durch. Die Mexikaner treffen in der ersten K.o.-Runde nun am Sonntag (18.00 Uhr) in Fortaleza auf die Niederlande.
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Kapitän Rafael Marquez brachte sein Team in der Pernambuco Arena in der 72. Minute in Führung. Andres Guardado machte vor mehrheitlich mexikanischem Publikum drei Minuten später alles klar, ehe auch der eingewechselte Javier Hernandez (82.) jubeln durfte. Ivan Perisic (87.) betrieb noch Ergebniskosmetik. Die nach einer Roten Karte für Ante Rebic im Finish dezimierten Kroaten verpassten damit die Chance, nach 16 Jahren wieder ins Achtelfinale vorzustoßen.Die Mexikaner belohnten sich für eine starke Abwehrleistung, den ersten Gegentreffer im Turnierverlauf dürften sie verkraften. Einziger Wermutstropfen blieb, dass Mittelfeldmann Jose Juan Vazquez gegen die Niederlande nach seiner zweiten Gelben Karte gesperrt fehlt.

Das klare Chancenplus für Mexiko machte sich schlussendlich bemerkbar: Der 35-jährige Abwehrchef Marquez schraubte sich nach einem Eckball erfolgreich hoch. Der ehemalige Profi des FC Barcelona bereitete auch den Treffer von Hernandez mit einer Kopfballverlängerung vor. Guardado hatte zuvor die Auflösungserscheinungen in der kroatischen Abwehr zur Entscheidung genutzt.

Mexikos Teamchef Miguel Herrera hatte wenig überraschend auf jenes Team vertraut, das Brasilien ein in der Heimat heroisch gefeiertes 0:0 abgerungen hatte. Kroatiens Niko Kovac änderte seine Start-Elf an einer Position, Außenverteidiger Sime Vrsaljko kam anstelle des gebürtigen Brasilianers Sammir.

Die unter Erfolgsdruck stehenden Kroaten versuchten sofort, das Heft in die Hand zu nehmen. Über die Strategen Ivan Rakitic und Luka Modric wurden die Angriffe über die Flügel forciert, Mexikos vor der Partie makellose Abwehr früh attackiert. Nach einer Kopfballhereingabe von Ivica Olic klärte Paul Aguilar noch vor dem einschussbereiten Mario Mandzukic (14.). Mexiko war dem Torerfolg dennoch näher.

Nach einer schönen Kombination hämmerte Hector Herrera den Ball aus rund 20 Metern ans Lattenkreuz (16.), Oribe Peralta konnte kurz darauf einen Lochpass in aussichtsreicher Position nicht bändigen. In einer zunehmend hitzig geführten Partie musste der usbekische Unparteiische Ravschan Irmatow einige Male die Gemüter beruhigen.

Zwingende Chancen ergaben sich für Kroatien auch nach der Pause nicht. Um die Offensive zu beleben, brachte Kovac mit Mateo Kovacic eine frische Offensivkraft. Bei Mexiko kam Hernandez zum dritten Mal als Joker ins Spiel. Der sah, wie Mitspieler Guardado im Strafraum Darijo Srna an der Hand traf (64.), Irmatow ahndete dies zum Ärger der Mexikaner aber nicht als Elfmeter.

Mexiko schien der Entscheidung nun trotzdem deutlich näher, ehe Marquez hochverdient zuschlug. Für Kroaten blieb am Ende nur der Ehrentreffer durch Perisic aus spitzem Winkel. Der eingewechselte Rebic sah nach einem herben Foulspiel an Hector Moreno noch Rot.

Brasilien dank 4:1 über Kamerun im Achtelfinale

Brasiliens Nationalteam hat bei der Fußball-WM im eigenen Land den Sprung ins Achtelfinale geschafft. Die “Selecao” setzte sich am Montag vor 68.748 Zuschauern in Brasilia gegen Kamerun mit 4:1 (2:1) durch und bekommt es nun als Sieger der Gruppe A am Samstag in Belo Horizonte mit Chile zu tun.

Trotz des klaren Resultats wussten die Brasilianer nicht wirklich zu überzeugen – letztlich hatten sie vor allem ihrem großen Star Neymar zu verdanken, dass die Partie gegen die bereits zuvor ausgeschiedenen Afrikaner nicht zu einem Zitterspiel wurde. Der Barcelona-Stürmer traf in der 17. und 35. Minute, die weiteren Tore erzielten Fred (49.) und Fernandinho (85.) beziehungsweise Joel Matip (26.).

Die Brasilianer begannen dermaßen druckvoll, dass alles andere als ein Kantersieg zunächst undenkbar schien. Mit viel Druck wurde das Tor der Kameruner berannt, die beste Chance vergab Paulinho in der 3. Minute aus kurzer Distanz. Ausgerechnet als die erste Angriffswelle abzuebben schien, schlug Neymar zum ersten Mal zu: Der 22-Jährige vollendete eine Hereingabe von Luiz Gustavo mit sehenswerter Schusstechnik zum 100. Tor dieser WM. Drei Minuten später hatte Kameruns Goalie Charles Itandje bei einem Volley von Neymar große Probleme.

Danach aber wirkte der Rekordmeister von der Führung eher gehemmt als beflügelt. Die Folge: Zunächst landete ein Kopfball von Matip in der 26. Minute an der Latte, wenige Sekunden später stellte der Schalke-Legionär aus kurzer Distanz auf 1:1. Die mustergültige Vorarbeit hatte Allan Nyom geleistet, der Dani Alves schlecht aussehen ließ.

In dieser Phase wackelte Brasilien – plötzlich stand gegen die in den ersten Spielen arg gebeutelten Kameruner sogar eine Niederlage und damit ein vorzeitiger Turnier-Abschied im Raum. Die Rettung kam aber wieder einmal in Person von Neymar. Der Stürmer zog nach Marcelo-Vorarbeit auf und davon, überraschte Itandje mit einem Schuss ins kurze Eck (35.) und führt nun mit vier Treffern die Torschützenliste an.

Halbwegs Sicherheit kehrte ins brasilianische Spiel aber erst ab der 49. Minute ein – da erhöhte Fred nach Flanke von David Luiz per Kopf aus kurzer Distanz auf 3:1, und damit war die Gegenwehr Kameruns weitgehend gebrochen. Das Spiel tröpfelte nur noch dahin, ehe der eingewechselte Fernandinho in der 85. Minute für den Endstand sorgte. 14 Minuten davor hatte sich Coach Felipe Scolari den Luxus erlaubt, den leicht angeschlagenen Neymar vom Platz zu holen und fürs Achtelfinale zu schonen.

Für die “Selecao” ist am Samstag gegen Chile ein topfitter Stürmerstar unverzichtbar, denn seine Kollegen präsentierten sich alles andere als in Bestform, und das gegen eine der schwächsten Mannschaften des Turniers, die ohne den verletzten Samuel Eto’o, den gesperrten Alexandre Song und den wegen eines Kopfstoßes gegen Teamkollegen Benjamin Moukandjo suspendierten Benoit Assou-Ekotto angetreten war. Die Negativserie der Afrikaner fand ihre Fortsetzung – sie kassierten bereits die siebente WM-Niederlage in Folge.

(APA)

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