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BP Austria: Autofahrer tanken seltener voll

Angesichts der rasanten Öl- und Treibstoffverteuerung in den vergangenen Monaten wird in Österreich schon seit geraumer Zeit seltener voll getankt.

Bereits seit Jahresanfang registriert man zwar keinen Rückgang der Frequenz an den Zapfsäulen, es wird von den Autofahrern aber im Durchschnitt weniger in den Tank eingefüllt, sagte am Donnerstag der bei BP Austria für den Kraftstoffbereich zuständige Vorstandsdirektor Manfred Killian vor Journalisten. Trotz der Tank-Zurückhaltung ist der Spritverbrauch in Österreich heuer bis April noch immer angestiegen, wenn auch mit +1,3 Prozent nicht mehr so stark wie die +2,35 Prozent im gesamten Vorjahr. Jedoch klafft die Entwicklung bei Diesel und Vergaserkraftstoffen weit auseinander: Während der Diesel-Absatz in den ersten vier Monaten heuer um 2,7 Prozent stieg (im gesamten Vorjahr +3,3 Prozent), sank der Benzin-Verkauf mit -3,0 Prozent nochmals (-0,7 Prozent 2007). Wie schon im Vorjahr wurde auch heuer “in Österreich mehr verbraucht”, während sich “der Tanktourismus eher reduziert hat”, erklärte das BP-Austria-Management im Bilanzpressegespräch. Auch deutsche Lkw-Fahrer zum Beispiel würden nun aufgrund der geringeren Preisdifferenz seltener in Österreich tanken. Zum partiellen Rückgang des Tanktourismus beigetragen hat die Erhöhung der heimischen Mineralölsteuer per 1. Juli 2007 im Ausmaß von plus 5 Cent pro Liter für Diesel und plus 3 Cent pro Liter für Benzine. Bei den Preisen an den Zapfsäulen verhalte man sich konform zu den Produktnotierungen in Rotterdam, betonte BP-Austria-Chef Hans Strassl. Dort sind die Preisunterschiede zwischen Normal- und Superbenzin praktisch verschwunden, der als Rohstoff teurere Diesel ist in den europäischen Staaten für den Autofahrer nur noch durch die geringere Besteuerung und den niedrigeren Verbrauch vergleichsweise wirtschaftlicher. Donnerstagfrüh kostete laut Strassl eine Tonne Diesel in Rotterdam 1.292 Dollar, Normalbenzin (91 Oktan) 1.122 Dollar, 95-Oktan-Sprit 1.101 Dollar, Super mit 98 Oktan 1.124 Dollar.

“Eine Preisregulierung kann niemand wirklich andenken”, ist der BP-Austria-Chef auch nach der heftigen Spritpreis-Diskussion der vergangenen Tage überzeugt. Auch an eine Spekulationssteuer auf Rohöl, wie sie Vizekanzler Finanzminister Wilhelm Molterer (V) auf EU-Ebene zur Sprache bringen möchte, will Strassl nicht glauben: “Das ist nicht so einfach, sonst gäbe es eine solche Steuer bereits”, meinte er zur APA. Wie immer die Politik entscheide, Europa dürfe durch eine derartige Steuer international nicht ins Hintertreffen geraten.

“Wie wird man unterscheiden, wer Spekulant ist und wer nicht?”, meinte etwa auch IHS-Chef Bernhard Felderer in der Tageszeitung “Die Presse” (Donnerstag). Er hält die Idee einer europaweiten Spekulationssteuer auf Ölkontrakte schon aus technischen Gründen für kaum umsetzbar. Felderer verweist darauf, dass Spekulanten eine wichtige marktwirtschaftliche Aufgabe erfüllen – sie machen die Preisbildung überhaupt erst möglich und sie stabilisierten auch die Märkte. Diese Meinung vertritt auch der Energieexperte Johannes Benigni von JBC Energy: “An den Ölmärkten werden Erwartungshaltungen gehandelt. Ob man das nun für gut oder böse hält, ist Geschmackssache. Wichtig ist das davon ausgehende Preissignal”.

BP Austria hält am heimischen Treibstoffmarkt bei etwa 21 Prozent Anteil; die Tankstellenzahl wurde durch die Abgabe von 94 Standorten an die Firmen Doppler und Gutmann im Mai 2007 im Vorjahr auf 485 Stationen reduziert. Angesichts des starken Wettbewerbsdrucks und noch immer 2.800 Tankstellen im Land hielte Strassl “1.000 weniger” für “vernünftiger”. “Ja, so um die 2.000 wäre gut.”

2007 wurden in Österreich 1,978 (1,992) Mio. Tonnen Vergasserkraftstoffe und 6,360 (6,154) Mio. t Diesel verkauft. Während Benzin fast ausschließlich über die rund 2.800 öffentlichen Tankstellen verkauft wird, sind es bei Diesel rund 44 Prozent, die direkt an Großkunden abgegeben werden, etwa an Transport- und Bauunternehmen, Lkw- und Autohöfe sowie die öffentliche Hand.

Bei Benzin konzentriert sich der Verbrauch immer mehr auf Eurosuper, bei dem heuer bis April der Absatz um 4,8 Prozent auf 458.000 t stieg; bei Super sank er um 10,8 Prozent auf 15.000 t, und bei Normalbenzin ging er im Jahresabstand sogar um 24,7 Prozent auf 112.000 t zurück. BP Austria wird statt Normalbenzin künftig “ultimate super 95” anbieten; bis zur EURO 2008 sollen 170 Stationen umgestellt werden, der Rest danach. Vorteile laut BP: mehr Motorensauberkeit, bessere Verbrennung, höhere Energiedichte, weniger Emissionen und bis zu 5 Prozent weniger Verbrauch. Ab Juli will BP flächendeckend auch ein neues schwefelfreies Heizöl anbieten.

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