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Bosnien-Herzegowina: Terroristen eingebürgert

Rund 1.100 Personen aus islamischen Staaten, denen die bosnische Staatsbürgerschaft verliehen wurde, könnten womöglich Verbindungen zum internationalen Terrorismusnetzwerk El Kaida haben.

Es existiere ein Verzeichnis mit den Namen dieser Personen, berichtete die Belgrader Tageszeitung „Vecernje novosti“ (Sonntag-Ausgabe) unter Berufung auf die Polizeiverwaltung der bosnisch-kroatischen Föderation, dem größeren der beiden Landesteile Bosnien-Herzegowinas. Laut Erkenntnissen von Nachrichtendiensten sollen sich derzeit etwa 700 Mitglieder des Terrornetzwerkes El Kaida in dem Land aufhalten.

Der Leiter der Polizeiverwaltung, Zlatko Miletic, sagte gegenüber dem Blatt, es gebe keine Beweise, dass auch nur eine einzige der in das Verzeichnis aufgenommenen Personen tatsächlich mit der El Kaida in Verbindung stehe. Dass jemand von ihnen die Terrororganisation unterstütze, könne allerdings nicht ausgeschlossen werden, betonte er.

Der stellvertretende bosnische Sicherheitsminister, Dragan Mektic, erklärte der „Vecernje novosti“, ausländische Nachrichtendienste hätten seine Behörde in keinem einzigen Fall aufgefordert, in Bosnien nach Terrorverdächtigen zu fahnden. In den 90er Jahren sei jedoch einigen Personen die Staatsbürgerschaft verliehen worden, deren Identität man zuvor nicht festgestellt habe, räumte er ein. Laut Mektic gibt es keine Beweise dafür, dass sich etwa der El Kaida-Führer Khalid Sheikh Mohammed, der als „Hirn“ hinter den Anschlägen von New York am 11. September 2001 gilt und im März 2003 in Pakistan festgenommen wurde, je in Bosnien-Herzegowina aufgehalten hat.

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