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Bombay von Terrorserie erschüttert - Mindestens 100 Tote

Nach der blutigen Terrorserie in der westindischen Finanzmetropole Bombay (Mumbai) ist die Zahl der Todesopfer nach einem Bericht des Senders NDTV bis Donnerstagmorgen auf mindestens 100 gestiegen.
Video zur Gewaltserie 

Nach Angaben von NDTV wurden zudem mindestens 240 Menschen verletzt, als Terroristen am Mittwochabend bei koordinierten Angriffen unter anderem Luxushotels, ein Kino, ein Café und den Hauptbahnhof im Zentrum der Stadt angriffen. Insgesamt hätten die Täter zwischen zehn und 17 Ziele mit Schnellfeuergewehren und Handgranaten attackiert. Polizei und Armee versuchten am Donnerstagmorgen, die verworrene Lage in der Stadt unter Kontrolle zu bekommen. Nach Angaben des Wiener Außenministeriums befindet sich ein österreichisches Ehepaar im “Taj-Hotel” und sei “wohlauf”. Die Österreicher seien gemeinsam mit einer Gruppe von weiteren 38 Hotelgästen in Sicherheit, erklärte Außenamts-Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal in der Nacht auf Donnerstag der APA. Die österreichische Botschaft bemühe sich um einen baldigen Rückflug für die beiden. Informationen gebe es auch über einen möglichen dritten Österreicher, der als Begleiter einer europäischen Parlamentariergruppe in Bombay weilt. Zu dem Mann, der aber wahrscheinlich Südtiroler sei, gebe es derzeit keinen Kontakt, sagte Launsky-Tieffenthal. Zu den Taten bekannte sich die bisher unbekannte Gruppe “Deccan Mujaheddin”. Die Terroristen sollen unter anderem mit Booten in die auf einer Halbinsel gelegene Stadt eingedrungen sein. Unter den Todesopfern waren mindestens elf Polizisten. Auch ein Japaner wurde getötet, ein zweiter Japaner wurde verletzt.

Das historische Taj-Hotel im Süden Bombays stand in der Nacht in Flammen. Der Sender NDTV berichtete, nach der Erstürmung des bei Ausländern beliebten Hotels habe eine Anti-Terror-Einheit 50 Gäste gerettet. Fünf Terroristen seien dabei getötet, neun weitere festgenommen worden. Mehrere Angreifer hielten sich aber weiterhin in dem Hotel verschanzt. Zuvor hatte der britische Sender BBC gemeldet, die Terroristen hätten beim Eindringen in das Gebäude vor allem nach Briten und Amerikanern gesucht.

Das nahe gelegene Oberoi-Hotel wurde am Morgen noch von Sicherheitskräften belagert. Auch im Marriott-Hotel gab es Berichten zufolge heftige Schießereien. Aus der Hauptstadt Neu Delhi wurde nach Regierungsangaben eine 200 Mann starke Spezialeinheit zur Bekämpfung von Geiselnahmen nach Bombay geflogen. Auch Innenminister Shivraj Patil machte sich noch in der Nacht auf den Weg in die Westküsten-Metropole. “Es scheint, dass es sich um eine Verschwörung handelt”, sagte er.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte die Anschläge. Nichts könne wahllose Angriffe auf Zivilisten rechtfertigen. Die Schuldigen müssten rasch zur Rechenschaft gezogen werden. Der gewählte US-Präsident Barack Obama verurteilte die Terrorserie auf das Schärfste. Er sei “in Gedanken und in seinen Gebeten bei den Opfern”, sagte ein Sprecher Obamas. Die koordinierten Anschläge auf unschuldige Zivilisten zeigten, wie ernst die Bedrohung durch den Terrorismus sei. Die USA müssten ihre Partnerschaft mit Indien und anderen Nationen in der Welt stärken, um die terroristischen Netzwerke zu zerstören.

Die französische EU-Ratspräsidentschaft reagierte entsetzt auf die Anschläge. Sie verurteilte die Attacken und sprach den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus. Man wisse um “die Verbundenheit des indischen Volkes mit der Demokratie, gegen die sich diese Terrorhandlungen wenden”, hieß es in Paris. Deshalb stehe die EU “in dieser dramatischen Prüfung an der Seite der indischen Nation”.

Großbritanniens Premierminister Gordon Brown sagte der Führung in Neu Delhi seine Unterstützung zu: “Auf diese grauenhaften Angriffe wird energisch geantwortet”. Er habe Indiens Premier Manmohan Singh jede Hilfe zugesichert. Es seien “dringende” Maßnahmen ergriffen worden, um Briten in der Region Schutz zu gewähren.

Indien war in den vergangenen Monaten wiederholt von Anschlägen erschüttert worden. Im Oktober kamen bei einer Anschlagsserie im nordöstlichen Bundesstaat Assam mehr als 70 Menschen ums Leben, Mitte September wurden bei Anschlägen in der Hauptstadt Neu Delhi 24 Menschen getötet. Im Juli 2006 waren bei einer schweren Anschlagsserie in Bombay mehr als 170 Menschen getötet und fast 800 verletzt worden.

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