Bombay-Anschläge: Pakistan involviert?

Nach den Bombenanschlägen in der indischen Finanzmetropole Bombay (Mumbai) kommt die Polizei Medienberichten zufolge dank des Abhörens von Telefonaten voran.

Unter anderem hätten Anrufe von Pakistan nach Bangladesch Anhaltspunkte für die Fahndung ergeben, meldete die Nachrichtenagentur Press Trust of India am Freitag. Auch in Anrufen in den Nahen Osten seien den Ermittlern verdächtige Passagen aufgefallen.

Als ein Hauptverdächtiger habe sich ein mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge in Neu-Delhi mit 60 Toten im August 2005 herauskristallisiert. Dieser habe enge Kontakte zur Islamistengruppe Lashkar-e-Taiba, die gegen die indische Herrschaft in Kaschmir kämpft. Die Organisation hat jegliche Verantwortung zurückgewiesen und die Anschläge als „barbarische Akte“ verurteilt. Dagegen begrüßte am Donnerstag eine bisher unbekannte Organisation mit dem Namen „Al Kaida in Jammu und Kaschmir“ die Anschläge. Das Terrornetzwerk von Osama bin Laden war bisher in der indischen Unruheregion noch nicht in Erscheinung getreten.

„Was wir sagen können, ist, dass Einheimische involviert waren, möglicherweise mit Unterstützung von Außen“, sagte der Chef der Anti-Terror-Einheit von Bombay, K.P. Raghuvanshi. Ein Vertreter des indischen Innenministeriums vermutet die verbotene Islamische Studentenbewegung (SIMI) hinter den Anschlägen. Die Planung stamme aber vermutlich vom berüchtigten pakistanischen Geheimdienst ISI, sagte er.

Politische Kommentatoren haben der indischen Regierung vor diesem Hintergrund empfohlen, ihre Beziehungen zum pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf zu überdenken. „Wenn er nicht willens oder nicht in der Lage ist, dem grenzüberschreitenden Terrorismus Einhalt zu gebieten, sollte die Regierung zum Schluss kommen, dass man mit ihm keine Geschäfte mehr machen kann“, schrieb der Außenpolitik-Experte C. Raja Mohan in der Tageszeitung „Indian Express“.

Die indische Polizei hat indes die Opferbilanz der Anschlagsserie auf Züge in Bombay vom Dienstagabend nach unten revidiert. Demnach wurden 179 Menschen getötet und 773 verletzt. Zuvor war von mindestens 200 Toten die Rede gewesen. Mehrere Leichen seien doppelt gezählt worden, hieß es am Freitag.

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