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Bolivien: Reformen für Arbeitsplätze

Die linksgerichtete Regierung Boliviens hat Details ihrer Reform- und Verstaatlichungs-Pläne vorgelegt, die hunderttausende neuer Arbeitsplätze im ärmsten Land Südamerikas bringen soll.

Das Vorhaben sehe den Aufbau von 90.000 Stellen pro Jahr und die Ausmerzung des Analphabetentums vor, sagte Planungsminister Carlos Villegas am späten Freitagabend bei Bekanntgabe der Details. Zudem sollten 100.000 neue Häuser gebaut und der Anteil der in extremer Armut lebenden Bevölkerung innerhalb von fünf Jahren auf 27 von derzeit 32 Prozent gesenkt werden.

Der Plan sieht staatliche und private Investitionen im Volumen von mehr als zwölf Milliarden Dollar (9,49 Mrd. Euro) bis 2011 vor. Der Staat will Villegas zufolge Landwirte, Handwerker und Kleinbetriebe mit günstigen Krediten unterstützen, in den Straßenbau und in das Gesundheitssystem investieren.

Der Planungsminister machte deutlich, dass die Regierung eine Ausweitung des Vorhabens während einer zweiten Amtszeit unter Präsident Evo Morales vorhat.

Morales war 2005 zum Präsidenten gewählt worden. Der erste Indio-Präsident des Landes war mit dem Versprechen angetreten, dem Land mehr Kontrolle über seine Ressourcen zu verschaffen und die arme Bevölkerung am Reichtum durch die Bodenschätze teilhaben zu lassen. Morales hat bereits die Verstaatlichung des Ölsektors und eine Bodenreform eingeleitet. Mehr als ein Fünftel der Landfläche soll an arme Bauern übergehen. Zunächst soll dafür Land in Staatshand genutzt werden, später vielleicht auch brachliegende Flächen in Privatbesitz. Nach Schätzungen der katholischen Kirche verfügen einige wenige Großgrundbesitzer über 90 Prozent des Acker- und Weidelandes, während den rund drei Millionen Indio-Bauern nur der Rest bleibt.

Anfang Mai hatte das Land seinen Erdgassektor verstaatlicht. Bolivien hat nach Venezuela die zweitgrößten Erdgas-Ressourcen in Südamerika. Zudem verfügt es über Vorkommen an Zink, Zinn, Silber und Gold.

Morales hat die Annäherung an den linkspopulistischen venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez und den kommunistischen kubanischen Staatschef Fidel Castro gesucht, mit denen er Anfang Mai in Havanna einen Linkspakt geschlossen hat.

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