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Bode Miller ziellos glücklich

Ziellos glücklich hat sich Bode Miller nach seinem ersten Gesamt-Weltcup-Sieg präsentiert: "Es ist vollbracht." Ein kleiner Imagegewinn in USA zeichnet sich ab, Miller lockt aber selbst Olympia 2006 nicht aus der Reserve.

“Ich habe bewiesen, dass ich der beste Skifahrer der Welt bin“, erklärte der 27-Jährige, der nach der heiß ersehnten Großen Kristallkugel von neuen Zielsetzungen (noch) nichts wissen möchte. Auch nicht von Olympia 2006 in Turin. „Für die Amerikaner ist Olympia das Größte. Aber meiner Meinung nach ist das viel Lärm um nicht allzu viel“, lässt sich Miller, 2002 bei den Winterspielen in Salt Lake City zweifacher Silber-Gewinner, auch von den Fünf Ringen nicht aus der Reserve locken. „Vielleicht fahre ich nur hin, mache Party und trinke Bier.“ Miller erwähnte einmal mehr auch die Möglichkeit, dass er im kommenden Winter gar nicht mehr im Weltcup vertreten sein wird. „Dieser Erfolg könnte für mich ein Sprungbrett sein. Ich weiß aber noch nicht, wohin ich springen werde. Vielleicht einfach nur weg.“

Und das, obwohl der Skisport nun in seiner US-Heimat langsam, aber sicher an Stellenwert gewinnen könnte. Die US-Medien nahmen den Miller-Erfolg begeistert wahr, so tauchte der Ski-Hippie in den New York Times umfangreich zwischen den Kassenschlagern Baseball und Basketball auf. Miller verglich seinen Triumph mit einem aus dem Baseball-Lager. Nämlich mit jenem der Boston Red Sox, die im vergangenen Herbst erstmals seit 1918 die US-Meisterschaft gewonnen hatten.

Sein großer Weltcup-Rivale Benjamin Raich glaubt, dass sich der Skisport in den Staaten etablieren könnte. „Die USA sind sehr weit weg. Aber mit harter Arbeit könnte das Skifahren auch dort populär werden.“ Das ist laut Miller Hauptaufgabe der Medienvertreter: „Wir fahren und ihr müsst den Sport den Leuten zu Hause vermitteln. Den Amerikanern wird so viel via TV vorgesetzt, wieso sollte ihnen nicht auch das gefallen. Sie brauchen Namen und Gesichter, dann könnte sich etwas entwickeln.“

Miller erklärte, wie wichtig seine außergewöhnliche Kindheit in völliger Abgeschiedenheit für seine Entwicklung gewesen ist. So wurde Klein-Bode u.a. in frühen Jahren nicht in die Schule geschickt, sondern genoss „home-education“. Eine normale Vater-Sohn-Beziehung hat es laut Papa Woody nicht gegeben. „Bei uns hat es nie eine Babysprache gegeben, ich habe ihn immer gleichberechtigt und als intelligenten Menschen behandelt.“

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