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Blutbären in Vorarlberg

Dornbirn/Großes Walsertal - Kein blutrünstiges Tier, sondern ein prächtiger Falter wurde nunmehr in großer Anzahl im Großen Walsertal in Vorarlberg registriert.
Bilder von den Blutbären

Der Blutbär ist ein auffallender Schmetterling mit bis zu 45 mm Flügelspannweite. Er gehört zur Familie der Bärenspinner, die in Vorarlberg mit 26 Arten vertreten ist, darunter Engadiner Bär, Augsburger Bär oder der Braune Bär.

Die nunmehr entdeckte Population lebt an der Lutz im Großen Walsertal. Der Artenreichtum dieses Tales an Schmetterlingen wird seit nunmehr 4 Jahren in einem Forschungsprojekt der inatura erhoben und Projektleiter Peter Huemer konnte bislang über 1000 Arten nachweisen. Allein in einer Nacht wurden neulich 222 Arten nachgewiesen, darunter der Kleinschmetterling Aristaea pavoniella als Neufund für Vorarlberg. Einzigartig war jedoch der Anflug von mehr als 30 Blutbären zum Kunstlicht der Wissenschaftler. Die Falter waren besonders in den frühen Morgenstunden um etwa 4 Uhr aktiv. Sie fliegen aber auch tagsüber im Sonnenschein oder können aus der Vegetation herausgescheucht werden.

Die Lebensweise des Blutbären, der auch Jakobskrautbär oder Karminbär genannt wird, ist bemerkenswert. Seine Raupen leben in den meisten Gebieten an Jakobs-Greiskraut oder verwandten Greiskrautarten. Diese Pflanze ist durch hochtoxische Inhaltsstoffe bekannt, die sogar zum Tod von Pferden führen können. Der Blutbär hingegen kann das Pflanzengift neutralisieren und sich damit vor Fressfeinden schützen. Die rot-schwarze Warnfarbe des Falters und das gelb-schwarz der Raupe werden daher von Räubern wie Vögeln als Abschreckung wahrgenommen. Auch in der Nacht ist der Falter relativ sicher, weil er die Echolotung der Fledermäuse gut hören kann und mit eigenen Ultraschalllauten diese potentiellen Feinde vor seiner Giftigkeit warnt.

In den nördlichen Kalkalpen nutzt die Art jedoch andere, weniger giftige Futterpflanzen, nämlich Huflattich und Pestwurzarten. Einheimische Falter unterscheiden sich daher chemoökologisch sowie genetisch von Populationen aus dem Alpenvorland. Auch der Lebensraum des Blutbären ist ein anderer. Vor allem unverbaute Bachufer mit Kiesfluren werden hier besiedelt, während der Falter sonst magere Böschungen und Wiesen bevorzugt.

Der Blutbär in vielen Gebieten bedroht und er gilt in Österreich, aber auch in der benachbarten Schweiz und Süddeutschland als erheblich gefährdet. In Vorarlberg scheinen die Überlebenschancen für die Art viel günstiger, vor allem weil die Bestände der Raupenfutterpflanze einem geringeren Nutzungsdruck unterliegen als jene der außeralpinen Populationen.

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