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Blasmusik und tosender Applaus: Weltmeister Max Hitzig in St. Gallenkirch empfangen

Weltmeisterlicher Empfang in St. Gallenkirch: Max Hitzig, der erste deutsche Freeride-Weltmeister mit Wurzeln im Montafon, wird von der Gemeinde und jungen Skifans mit großer Begeisterung gefeiert.

Die Kinder der Innerfratner Skiclubs stehen am Abend des Ostermontags in der Markthalle in Gaschurn Spalier. Sie halten ihre Ski in die Höhe und bilden daraus einen Bogen, durch den der junge Weltmeister in die Markthalle in Richtung Bühne läuft. Als Max Hitzig hereinkommt, spielt die Bürgermusik St. Gallenkirch feierliche Musik und die rund 350 Besucherinnen und Besucher widmen ihm tosenden Applaus.

"Ich habe damit nie gerechnet"

Max selbst strahlt über beide Ohren. "Ich habe nie damit gerechnet und bin wahnsinnig dankbar dafür, dass so viele heute hierhergekommen sind", freut sich der Montafoner. Neben der Freude steht ihm aber auch ein klein wenig Aufregung ins Gesicht geschrieben. "Ich muss zugeben, am Start zu stehen, selbst mit dem Druck in Verbier, macht mich weniger nervös, als hier auf dieser Bühne in meiner Heimat zu stehen und zu all den Menschen zu sprechen."

Im Interview mit Josef Manahl von Montafon Tourismus lässt er die vergangenen Tage und Wochen noch einmal Revue passieren. Für ihn sei es immer noch schwer in Worte zu fassen. "Ich habe am Start erfahren, dass mein direkter Konkurrent, Marcus Goguen, in Führung gegangen ist. Ich wusste also, dass ich so einen guten Lauf fahren muss, dass ich es aufs Podest schaffe", erzählt er. Die Anspannung habe er den gesamten Lauf über gespürt. "Als ich zwischendurch etwas langsamer war, habe ich gemerkt, wie sehr meine Knie zittern. Das habe ich so noch nie gespürt", meint der 21-Jährige.

Weltmeister-Tiel: Krönung nach einer konstanten Saison

Über die gesamte Saison hat Max konstant gute Leistungen geliefert. Mehrere Einzelsiege, sowie zahlreiche Podestplatzierungen waren recht schnell der Hinweis, es könnte für den St. Gallenkirchner in Richtung Titel gehen. Der nervenstarke Lauf in Verbier stellte dann all sein Können unter Beweis und war die Krönung der erfolgreichen Saison. Der Erfolg kommt allerdings nicht von ungefähr. "Im Sommer stecke ich viel Zeit ins Krafttraining. Im vergangenen Sommer habe ich mich gegen das Skifahren in Südamerika oder Neuseeland habe entschieden. Die Bedingungen dort sind einfach nicht mit denen hier zu vergleichen", meint er. Viel wichtiger sei es, Stärke und Ausdauer durch andere Sportarten und Krafttraining aufzubauen, um den extremen Anforderungen von großen Sprüngen und langen Freeride-Runs gerecht zu werden.

Während Hitzig erzählt, schauen auch die Skiclub-Kinder ihn gespannt an und hören aufmerksam zu. Ein Mädchen, etwa zehn Jahre alt, ist besonders angetan von den Videos und Erzählungen des Freeride-Profis. "Mama", flüstert sie nach hinten, "das will ich auch machen." Ihre Augen strahlen und ihr Handy filmt die Leinwand, auf der die Tricks von Max Hitzig abgespielt werden. Auch er selbst hat bereits im frühen Kindesalter mit dem Freeriden und den ersten Sprüngen angefangen. "Mein Papa ist Bergführer und hat mich deshalb schon als kleines Kind mit ins Gelände genommen. Meine ersten Erfahrungen habe ich mit etwa sieben Jahren beim Freeriden gesammelt. Später kamen dann die ersten Sprünge hinzu", so der Montafoner. Auf der großen Leinwand in der Markthalle sind seine ersten Sprünge über einen selbstgebauten Kicker vor dem Haus zu sehen. Schon damals scheint er furchtlos gewesen zu sein.

Deshalb startet der Montafoner für Deutschland

Angst hat der Skifahrer, der spätestens mit seinem riesigen Backflip (Rückwärtssalto) in Kicking Horse, Kanada im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt hatte, offenbar auch heute nicht. Immer wieder beeindruckte er mit Lines (Abfahrtsvarianten), die kein anderer Fahrer ausgesucht hatte. Den Sieg bei der diesjährigen Tour holte der Montafoner unter deutscher Flagge. Der Grund dafür ist, dass seine Mutter deutsche ist und er deshalb die deutsche Staatsbürgerschaft hat - auch, wenn er in St. Gallenkirch groß geworden ist. "Das kann ich halt nicht ändern", sagt er lachend. Für die Tourismusregion hat das aber durchaus positive Effekte. "In den deutschen Medien wurde jetzt immer vom 'ersten deutschen Freeride-Weltmeister, der aus dem Montafon kommt', berichtet. Das ist natürlich hervorragende Werbung für uns als Region", lacht Peter Marko, Geschäftsführer der Silvretta Montafon, der ebenfalls zum Gratulieren in den Silvretta Park gekommen ist. Er freut sich über den Erfolg des jungen Sportlers und hofft, dass durch ihn weitere junge Talente Lust haben, Freeriden zu gehen. "Mit dem Ausrichten der Open Faces seit ein paar Jahren tragen wir bereits zu einer Entwicklung des Sports bei. Wir hoffen, dass das so weitergeht", so Marko.

Auch Bürgermeister Josef Lechthaler und Montafon Tourismus Marketing-Chef Michael Junginger sind in die Martkhalle gekommen. Allesamt freuen sich mit dem frisch gebackenen Weltmeister über den Erfolg. "Als Anerkennung für deine Leistung möchten wir dir einen Scheck überreichen", erklärten die drei gemeinsam. 6.000 Euro, mit denen der Nachwuchssportler seine Träume, wie etwa endlich einen Motorradführerschein zu machen, verwirklichen soll. Max Hitzig strahlt und ist sichtlich gerührt. Genau wie auch wenig später, als er im Anschluss an den offiziellen Teil den vielen Kindern Unterschriften auf Helme, Ski und Stirnbänder geben darf. Auch für das ein oder andere Selfie hat sich der Sportler Zeit genommen. Aufmerksamkeit, an die sich der Neu-Weltmeister nun wohl gewöhnen darf.

(VOL.AT)

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