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Bischof: Vorarlberger würden Moschee-Bau jetzt nicht ertragen

Feldkirch - Der Feldkircher Diözesanbischof Elmar Fischer hat am Donnerstag seine ablehnende Haltung gegenüber Moscheen mit Minaretten bekräftigt.

Die Vorarlberger würden es seiner Meinung nach nicht ertragen, wenn jetzt eine Moschee gebaut würde, sagte der Bischof laut einem Bericht von ORF Radio Vorarlberg. Einen Konflikt mit Kardinal Christoph Schönborn, der im Bau von Moscheen mit Minaretten kein Problem sieht, gebe es aber nicht: “Er arbeitet mit Islam auf höherem Niveau, ich sitze in der Provinz”, sagte Fischer.

Fischer hatte im März für Diskussionen gesorgt, als er den Bau von Moscheen mit Minaretten als eine Gefährdung des sozialen Friedens in Vorarlberg bezeichnet hatte. Er halte seine Aussagen nach wie vor für notwendig, unterstrich er nun am Donnerstag seine Position. “Die Vorarlberger wollen zunächst die Leute kennenlernen, das kennt man allgemein in Vorarlberg, nicht? Und wenn sie jemanden kennenlernen und wissen, das ist ein verlässlicher Mensch, dann sind sie auch aufgeschlossen”, so der Bischof. Bis jetzt sei es aber nicht gelungen, die Vertreter des Islam in dieser Weise kennenzulernen.

Zur unterschiedlichen Meinung von Kardinal Schönborn in dieser Frage meinte Fischer, dass Schönborn im Gegensatz zu ihm in einer Großstadt wirke. “Ich sitze in der Provinz unter den Leuten, wie sie halt in Vorarlberg sind”, sagte Fischer. Da passe es ihm nicht, dass man einfach so dahin sage “Was soll’s? Was soll das für ein Problem sein?”. Schönborn hatte in der ORF-Pressestunde wörtlich gesagt: “Wo ist das Problem? Ich sehe es nicht”.

Dass im Koran Katholiken als Ungläubige bezeichnet würden, “lasse er sich nicht ganz gern gefallen”, wehrte sich Fischer. Ebenso könnte er Muslime als Ungläubige bezeichnen. “Der Muslim ist andersgläubig, aber die Ungläubigen sind vom Koran her abgewertet”, so Fischer. Dass man vorneweg als Gesprächspartner abgewertet werde, “das ist eine Arroganz, die ich nicht brauche”, sagte der Bischof.

Mit einer Änderung des Bau- und des Raumplanungsgesetzes hat der Vorarlberger Landtag im April den Bau von Minaretten erschwert. Die vorgenommenen Adaptionen hieß Fischer gut. Das Gesetz sei gemäßigter als die Kärntner Version, zudem werde durch das Gesetz angestrebt, mit den Vertretern des Islam in Kontakt zu kommen.

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