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Bin Laden will Westen über Israel "aufklären"

©EPA
Terroristenanführer Osama bin Laden hat zum 60. Jahrestag der Staatsgründung Israels den Kampf gegen den jüdischen Staat und seine westlichen Verbündeten zum wichtigsten Ziel von Al-Kaida (al-Qaeda) erklärt.

Die Botschaft wurde offenbar gezielt zum Nahost-Besuch von US-Präsident George W. Bush veröffentlicht, der am Freitag von Tel Aviv nach Saudi-Arabien weiterreiste. In einer am Freitag von Islamistenforen im Internet veröffentlichten Tonbandbotschaft “an die Völker des Westens” heißt es, die israelische Besatzung in Palästina sei “mittelalterlich, genauso wie die Ausbeutung der Reichtümer des Irak durch die USA”. Die meisten Menschen im Westen hätten durch die tendenziöse Berichterstattung ihrer Medien falsche Vorstellungen von Israel, die er nun ausräumen wolle.

Die Stimme auf dem Band, das keine gute Tonqualität hat, ähnelt der Stimme des Terroristenanführers auf früheren Aufnahmen, die von Geheimdienstexperten als authentisch eingestuft worden waren. Die Botschaft wurde wahrscheinlich erst vor einigen Tagen aufgenommen, denn Bin Laden nimmt darin Bezug auf die Besuche westlicher Politiker in Israel, das diese Woche den 60. Jahrestag seiner Staatsgründung feiert.

“Wir werden mit Gottes Hilfe den Kampf gegen Israel und seine Verbündeten fortsetzen, (…) wir werden keine Scholle des Landes Palästina aufgeben”, heißt es auf dem Bin Laden zugeschrieben Tonband, und “der Heilige Krieg um Palästina ist eine religiöse Pflicht”.

Der Al-Kaida-Chef kritisiert in seiner Botschaft nicht nur die westlichen Staaten, sondern auch den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak, den er mit den Herrschern der Pharaonenzeit vergleicht. Er wirft ihm vor, Israel bei seinen Blockade-Maßnahmen gegen die Palästinenser in dem von der radikal-islamischen Hamas kontrollierten Gazastreifen zu helfen, indem er den Grenzübergang zu Ägypten geschlossen hält.

Außerdem erinnert Bin Laden, der in dieser knapp zehnminütigen Tonband-Botschaft kaum Bezug auf andere aktuelle Konflikte der Region nimmt, daran, wie militante Zionisten 1948 palästinensische Dörfer überfallen und Zivilisten getötet hatten. Zum jüngsten Ausbruch von Gewalt im Libanon nimmt Bin Laden nicht Stellung, allerdings nennt er die Aufstockung der UN-Schutztruppe UNIFIL im Südlibanon nach dem Krieg zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah im Sommer 2006 als Beweis für die pro-israelische Politik des Westens.

Der international gesuchte Terrorist hatte sich zuletzt im März mit einer Tonaufzeichnung zu Wort gemeldet, die von dem arabischen Nachrichtensender Al-Jazeera ausgestrahlt wurde. Darin rief er die Muslime auf, den Aufstand im Irak zu unterstützen. Bush hatte die Gründung Israels am Donnerstag mit einer Rede vor der Knesset in Jerusalem gewürdigt; Palästinenser sehen in dem Ereignis vom 14. Mai 1948 eine Katastrophe, die “Nakba”.

Die USA haben auf den Al-Kaida-Chef ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar (16,1 Mio. Euro) ausgesetzt. Bin Laden übernahm die Verantwortung für die Anschläge vom 11. September 2001, bei denen in den USA rund 3000 Menschen getötet wurden. Kurz vor der Veröffentlichung seiner jüngsten Botschaft rief eine Unterorganisation von Al-Kaida dazu auf, alle Nicht-Muslime anzugreifen, die sich auf die Arabische Halbinsel begeben. “Ihr werdet im Visier der Gotteskrieger sein”, heißt es in dem Aufruf – “gleich unter welchem Deckmantel Ihr kommt, als Touristen, Diplomaten, Wissenschaftler, Experten oder Journalisten”.

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