"Bienen sind mehr als nur Honig"

Die Zahl der Bienenvölker nimmt weltweit ab. Dazu meint Katharina: „Meiner Meinung nach, hat man schon zu lange gewartet.“
Die Zahl der Bienenvölker nimmt weltweit ab. Dazu meint Katharina: „Meiner Meinung nach, hat man schon zu lange gewartet.“ ©MiK
Thüringen - Das Bienensterben ist in aller Munde. Eine, die dagegen ankämpft, ist die Jung-Imkerin Katharina. WANN & WO hat sie besucht und mit ihr über das flüssige Gold gesprochen.

„Schon als Kind haben mich diese kleinen Tiere fasziniert. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass so viele Bienen in so einem kleinen Stock Platz haben – und dass dann auch noch Honig heraus kommt!“, erzählt Jung-Imkerin Katharina Löschnig. „Als ich dann den Film ‚More than Honey‘ gesehen habe, stand für mich fest: Ich will Imkerin werden. Dank Allmenda und ihrem Projekt ‚Imkerei jetzt‘ konnte ich meinen Traum Realität werden lassen.“ Das Start-up Projekt bietet der Neu-Imkerin die Chance, kostengünstig an Arbeitsmittel zu kommen. Im Gegenzug gibt die Imkerin drei Jahre lang etwas von ihrem Honig an Allmenda ab, die ihn dann vermarkten. „Für mich war es eine enorme Stütze, da die finanzielle Hürde weg fiel“, erklärt sie.

Keine reine Männerdomäne

Entgegen der Meinung vieler, wird Imkern immer mehr auch zum Frauen-Hobby. „Bei mir im Kurs waren viele junge Frauen. In meinem Imkerverein sind aber nur Männer, und der Altersdurchschnitt ist in der oberen Region angesetzt“, scherzt die 26-Jährige.

Mehr als nur ein Hobby

Neben ihrer Leidenschaft zum „Selbst versorgen“, wie man unschwer an ihrem großen Garten erkennen kann, geht es der Thüringerin beim Imkern auch um den Umweltschutz: „Ich bin im Tierschutzverein aktiv und weiß, das Bienen im weitesten Sinn eine ‚aussterbende Art‘ sind, dem will ich entgegen wirken. Bienen sind mehr als nur Honig, sie sind extrem wichtig für ein funktionierendes Ökosystem. Dafür müssen die Menschen sensibilisiert werden. Außerdem genieße ich es, Dinge, die ich selbst hergestellt habe, zu essen. Ob das jetzt die Tomaten aus dem eigenen Garten sind, die selbstgemachte Marmelade oder eben Honig – man kann die harte Arbeit dahinter fast schmecken.“

„Jeder kann mithelfen“

Die Zahl der Bienenvölker nimmt weltweit ab. Experten sehen verschiedene Gründe dafür. „Meiner Meinung nach, hat man schon zu lange gewartet. Auch hier in Vorarlberg wird die Zahl der Bienenvölker immer kleiner. Nicht weil es weniger Imker gibt, im Gegenteil. Die Bienen sind generell geschwächt. Das liegt zum einen an den fehlenden Nahrungsquellen.“ Sie erklärt, dass hier jeder mithelfen kann: „Wenn man den Rasen einmal etwas länger wachsen lässt, können sich Blumen besser verstreuen. Das bietet im Endeffekt mehr Lebensraum für die Bienen.“ Weiters sind Parasiten, wie die Varroamilbe, eine große Gefahr für die fleißigen Insekten.

Partner: Imker und Landwirte

„Vielen Landwirten ist die Bedeutung der Arbeit von Bienen bewusst, vielen aber auch nicht. Imker und Landwirte sind Partner und müssen auch so handeln.“ Eine weitere Maßnahme um dem Bienensterben entgegen zu wirken, ist ihrer Meinung nach die Verschärfung der Gesetze, was den Einsatz von Chemikalien betrifft. „Es wurden schon viele Pestizide und Pflanzenschutzmittel verboten, die den Bienen schaden. Die Vorschriften sind aber definitiv noch ausbaufähig.“

Zur Person

Katharina Löschnig Alter, Wohnort: 26, Thüringen Beruf: Physiotherapeutin Ausbildung: Gymnasium Bludenz, Ausbildung zur Tierpflegerin, Ausbildung zur Physiotherapeutin Hobbys: Imkern, Gärntern, Tierschutzverein

Wordrap

Bienen: Faszinierend. Honig: Hart von den Bienen er­- arbeitet und deshalb sehr kostbar. Bio: Qualität. Bienensterben: Chemikalien ­ und Parasiten. Vorarlberg: Alles was ich brauche. Garten: Selbstversorger

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