Biathlon: Nach Verfolgungsdrama soll im "20er" zweite Medaille her

Sprint-Zweiter Landertinger in bestechender Laufform
Sprint-Zweiter Landertinger in bestechender Laufform ©APA
Biathlet Dominik Landertinger greift am Donnerstag (15.00 Uhr/MEZ) im Einzel über 20 km nach seiner zweiten Medaille.

Aber nicht nur der in Krasnaja Poljana bisher in bestechender Laufform auftretende Sprint-Zweite, sondern auch Simon Eder ist reif für Edelmetall. Denn der Salzburger war bei Großereignissen, so auch zuletzt im Sprint (7.) und in der Verfolgung (8.), schon oft sehr nahe am Podest.

Das Gefühl, knapp an Olympiamedaillen vorbeizuschrammen, kennt Eder auch schon aus Vancouver. Dort war er im Einzel Sechster und in der Verfolgung Vierter. Dass es schön langsam an der Zeit für seine erste Medaille ist, findet auch er, erwarten könne man das aber nicht. “Verdienen würden sich das viele, aber so will ich das gar nicht sehen. Im Biathlon passieren in jedem Rennen zehn Dramen, da darf man sich selber nicht so wichtig nehmen. Aber ich bin sicher einer der Athleten mit den meisten Top-Ten-Plätzen bei Großereignissen”, erklärte Eder.

Den vergebenen Chancen – wie in der Verfolgung mit einem Fehler am letzten Anschlag – weint er nicht nach. Viel eher freut er sich über die Gewissheit, den Anschluss an die Spitze geschafft zu haben. “Ich bin froh, dass ich auf diesem Level bin. In den nächsten vier Jahren werde ich schon noch über eine Medaille drüberstolpern”, meinte Eder im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur.

Der Saalfeldener erwartet sich auf den besonders schwierigen Strecken um das Laura-Stadion ein “beinhartes” Einzelrennen. Viel hänge auch von den Bedingungen ab, er wäre mit tieferen Temperaturen glücklicher. “Ich hätte mir gewünscht, dass es knusprig bleibt, da kann mir in der Spur im Moment fast keiner wehtun”, sagte Eder, der in jungen Jahren Einzel-Juniorenweltmeister war.

Im Weltcup schaffte er seinen ersten Podestplatz in der Traditionsdisziplin aber erst zum Auftakt dieser Saison als Zweiter hinter Verfolgungs-Olympiasieger Martin Fourcade und vor Daniel Mesotitsch. Fourcade sei es wohl auch, den es am Donnerstag zu schlagen gilt, so Eder.

Dem Franzosen können in der Loipe aktuell nur ganz wenige das Wasser reichen. Einer davon ist Landertinger. Der Hochfilzener hat sein persönliches Drama in der Verfolgung (10.), als er das Magazin fallen ließ und dann im Kampf um Gold mit Fourcade zweimal danebenschoss, abgehakt. “Das blende ich komplett aus”, bekräftigte der Hochfilzener.

Sein Cheftrainer Remo Krug traut dem Massenstartweltmeister von 2009 eine weitere Medaille zu. Für Eder, Mesotitsch und Christoph Sumann müssen seiner Meinung nach hingegen besondere Konstellationen zusammenkommen. “Die Medaille kann ich vom Landi erwarten, wenn er 95 oder 100 Prozent Trefferleistung hat. Er kann das aus eigener Kraft schaffen, die anderen können es auch, aber da müssen die Konstellationen reinspielen”, sagte der Deutsche zur APA.

Krug ist froh, dass seine Mannschaft – wie schon in der ganzen Saison – auch bei Olympia ganz vorne mitmischt. Jetzt wünscht er sich noch mehr Killerinstinkt und ein klein wenig Fortune. “Wir sind auf Schlagdistanz, aber man muss dann auch die Big Points machen, die haben wir in der Verfolgung nicht gemacht. Das muss man erst verdauen und sich neu ordnen und wieder angreifen. Wenn alles passt wie im Sprint, und das Quäntchen Glück dazukommt, dann ist alles möglich.”

Daran glaubt auch Mesotitsch, der bisher zweimal (37. u. 38.) am Schießstand schwächelte. “Ich weiß nicht, woran es liegt, im Training schieße ich einen Nuller nach dem anderen. Wenn ich das in den Griff bekomme, ist was möglich”, meinte der Kärntner. Die längste Disziplin liege ihm sowieso, die Renneinteilung sei hierbei besonders wichtig. “Da muss man mit Hirn angehen”, sagte der WM-Pechvogel von 2012 (zweimal Vierter).

Aber auch Sumann (bisher 20. und 12.) ist für eine Medaille gut. Der “Oldie” ist der einzige neben Ondrej Moravec (CZE), der bisher am Olympiaschießstand fehlerfrei geblieben ist. Der WM-Dritte von 2011 gehört in der Loipe zwar nicht mehr zu den Allerschnellsten, aber im Einzel zählt das Schießen (eine Strafminute/Fehler) doppelt, und das könnte der Trumpf des 38-Jährigen sein. (APA)

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