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Bewusstes Sprechen im Dialekt ändert Hirnaktivität

Mehrsprachigkeit hat keine signifikante Auswirkung auf den IQ.
Mehrsprachigkeit hat keine signifikante Auswirkung auf den IQ. ©YouTube/Carolyn McGettigan (Screenshot)
Beabsichtigtes Imitieren oder das Sprechen im Akzent verändern die beanspruchten Gehirnregionen. Zu diesem Ergebnis kommt Carolyn McGettigan von der Royal Holloway University, die mithilfe von Funktioneller Magnetresonanztomographie festgestellt hat, welche Areale bei welcher Stimmveränderung aktiv werden.

Die Probanden wurden aufgefordert, wiederholend ein Gedicht aufzusagen – ein Mal in ihrer üblichen Sprachweise, ein weiteres Mal als Imitation einer anderen Person und schließlich mit einem regionalen und fremden englischen Akzent. Das Ergebnis: Sobald die Sprache absichtlich verändert wird, aktiviert sich die linke anteriore Inselrinde sowie der Gyrus frontalis interior.

Beim Imitieren sind unter anderem der rechte inferiore Pretalkortex sowie der Sulcus Temporalis superior aktiv. Die Stimme ist ein mächtiger Kanal für das Darstellen der Persönlichkeit. Mit ihr lassen sich demografische Merkmale wie das Geschlecht, das Alter sowie der Geburtsort überliefern, drückt jedoch auch aus, wer jemand sein möchte. Dabei sei nicht nur die Artikulierung, sondern auch das Klangbild sowie der Sprachstil maßgeblich.

Frauen sprachsensibler

“Die Sprache wird situationsbedingt angepasst. Wenn die Gesprächssituation beispielsweise entspannt ist, dann sprechen die Teilnehmer vielmehr im Dialekt”, erklärt Sprachforscher Hubert Haider von der Universität Salzburg im pressetext-Gespräch. Auch verschiedene Formen des Sprachverhaltens werden je nach Formalität – genannt “Register” – und Situation angepasst. Mehrsprachigkeit habe zwar einen erheblichen Nutzen, jedoch keine signifikante Auswirkung auf den IQ.

Haider zufolge nutzen Menschen die Sprache als Instrument, sie in sozialen Aktionen bewusst oder unbewusst als Steuerungsmittel einzusetzen. “Frauen sind dabei in der Regel geschickter und sprachsensibler”, führt der Linguist aus. Sie beobachten Sozialsignale und passen sich ihrem Gegenüber besser an und agieren situationsadäquat. Studien belegen, dass bei Bewerbungsgesprächen beispielsweise diejenigen, die sprachlich ihr Gegenüber am besten spiegeln, auch am meisten bei diesen punkten – unabhängig von den geforderten Kenntnissen.

Körperhaltung signalisiert Bereitschaft

“Menschen stellen sich auf ihr Gegenüber ein, sonst ist es keine Kommunikation. Wenn jemand beispielsweise mit einem Kind spricht, so begibt er sich auf seine Ebene der Wirklichkeit”, schildert Sprechtrainer Hajo Blachnik-Belton gegenüber pressetext.

Blachnik-Belton zufolge hat die Sprache bei Telefonaten eine größere Bedeutung als bei direkter Face-to-Face-Kommunikation. Faktoren wie die Körperhaltung, die dem anderen die Bereitschaft zur Kommunikation signalisiert, fallen hier weg. (APA)

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