Bettlerproblematik: Suche nach Lösungen

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Lustig wird das Zigeunerleben. Bei einem Vortrag in Rankweil suchte man nach Lösungen in der Bettlerfrage. Seit einiger Zeit werden die Vorarlberger Städte und Gemeinden mit bettelnden Roma konfrontiert. Politiker aller Parteien stehen diesem Phänomen mehr oder weniger ratlos gegenüber.

Mit Strafmandaten lässt sich dieses Problem jedenfalls nicht lösen. Es kursieren Meinungen, wonach die bettelnden Roma an einer Integration nicht interessiert seien und dass für sie die einzige Lösung die Rückführung nach Rumänien sei. So jedenfalls der Berater der Landesregierung Pater Georg Sporschill. LR Johannes Rauch, Dornbirn Bürgermeisterin Andrea Kaufmann waren auf Erkundungsreise in Rumänien, deren Dienstreisebericht wurde kritisiert. Und auch ein paar Aussagen vom Russ-Media Preisträger Sporschill.

Am Montag, 4. Juli 2016 sprach der Sozialwissenschafter Dr. Kurt Greussing bei einer Veranstaltung der SPÖ Rankweil im randvollen Kleinen Vinomnasaal zu diesem Thema.

Kurt Greussing war im Mai zweimal vor Ort – in der abgewirtschafteten Industriestadt Ploiești ebenso wie in Dörfern nahe Sibiu/Hermannstadt. Mit einem Dolmetscher, der sowohl romanes- als auch rumänisch sprach, erkundete er weitgehend zu Fuß die Dörfer und Stadtviertel, in denen vorwiegend Roma leben und arbeiten. Ganz im Gegensatz zu den rumänienreisenden Politikern aus Vorarlberg, die sich vorwiegend mit dem Bus durch die Siedlungen bewegten.
Kurt Greussing zeichnet ein völlig anderes Bild von der Lebensweise der Roma als es durch P. Georg Sporschill und den Vorarlberger Nachrichten vermittelt wird. Arbeitslosigkeit und die Not sind in Rumänien verbreitet. 1,2 Mio. qualifizierte Arbeitskräfte haben deswegen in den letzten Jahren das Land verlassen um in EU-Staaten zu arbeiten. Mit einer – erzwungenen – Rückkehr nach Rumänien, wie Pater Sporschill vorschlägt, lässt sich die Bettlerfrage nicht lösen. Trotz aller Probleme sollte man diese Menschen zumindest anständig behandeln und sie nicht mit unsinnig hohen Geldstrafen zusätzlich schikanieren. Auch hier wäre es allemal besser, die Armut zu bekämpfen und nicht die Armen.

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