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Betrüger aus Niederösterreich buchte Party mit Bushido um 485.000 Euro

Ein Betrüger buchte Bushido für seine Party.
Ein Betrüger buchte Bushido für seine Party. ©dpa
Eine bombastische Party mit Stargästen soll ein Niederösterreicher bei einer Eventagentur bestellt haben: Bei der Einweihungsfeier seiner Villa in Baden sollte Rapper Bushido auftreten, ein Feuerwerk sollte veranstaltet und ein schwarzer Panther zur Schau gestellt werden . Weil der Mann nicht zahlte, wurde das Fest storniert, der Veranstalter blieb auf den Kosten in Höhe von 485.000 Euro sitzen. Der 30-Jährige musste sich am Freitag wegen schweren Betrugs vor Gericht verantworten.

Am Landesgericht Salzburg ist am Freitag ein 30-jähriger Niederösterreicher wegen schweren Betrugs zu vier Jahren unbedingter Haft verurteilt worden.

Im August 2013 wollte sich der Angeklagte eigenen Angaben nach eine Villa in Baden bei Wien kaufen und eine Einweihungsparty machen. Dazu wollte er zunächst den deutschen Rapper Sido als Stargast engagieren. Im Internet stießt er auf dessen Agentur in Österreich, betrieben von einem 25-jährigen Salzburger. Sido lehnte zwar die Anfrage ab, dafür konnte Kollege Bushido für den Auftritt gewonnen werden.

Bushido und Feuerwerk bei Einweihungsparty

“Und je häufiger Kontakt wir miteinander hatten, desto mehr wollte er buchen”, sagte der Eventmanager am Freitag vor Gericht über den Angeklagten. Zu Bushido hinzu wurden nach und nach Feuerkünstler und ein Feuerwerk, ein schwarzer Panther und ein Tigerbaby, die DJanes Dominique Jardin und Tanja Roxx engagiert. Auch die deutschen Doku-Soap-Millionäre Robert und Carmen Geissen, die mit Privatjet eingeflogen werden sollten, wurden gebucht. “Er hat gesagt, Geld spielt absolut keine Rolle.”

Der Angeklagte – als Berufsbezeichnung nannte er “Spekulant” – meinte während der Verhandlung auch standhaft, etwa 4,4 Milliarden (!) Euro auf einem Wertpapierdepot auf Zypern zu besitzen und im Monat bis zu 50.000 Euro zu verdienen. Beweisen konnte er das aber weder im Prozess noch im Vorfeld der Verhandlung. Laut Staatsanwalt ist in den vergangenen Jahren kein einziges Mal eine größere Überweisung über sein Konto gelaufen.

Betrug des Niederösterreichers flog auf

Gegenüber der Eventagentur täuschte der 30-Jährige aber seine Zahlungsfähigkeit mit falschen Unterlagen vor. So präsentierte er einen selbst ausgefüllten Einkommenssteuer-Nachweis aus dem Jahr 2012, wo zwölf Mio. Euro an Einnahmen angegeben waren. Dann legte er seinem Geschäftspartner eine vermeintliche Selbstanzeige beim Finanzamt vor, wonach er Gewinne in dreistelliger Millionenhöhe nicht abgeführt habe. Zuletzt schickte er eine Auftragsbestätigung über 300.000 Euro von seinem Online-Konto, stornierte die Zahlung aber kurz darauf wieder.

Der 25-jähriger Eventmanager glaubte ihm zunächst. “Als die Zahlungen aber nicht ankamen, hat er sich immer mehr in Ausreden verstrickt.” Der Angeklagte erzählte etwa von Hausdurchsuchungen der Polizei, wo Bargeld beschlagnahmt worden sei. Als die geplante Party immer näher rückte, und noch immer kein Geld kam, stornierte der Salzburger das Fest und erstattete Mitte September Anzeige.

Wegen schweren Betrugs vor Gericht

Laut dem Gutachten eines Gerichtspsychiaters ist der Angeklagte gesund. Der Niederösterreicher bekannte sich schuldig, ist aber kein Unbekannter. Er hat zwei einschlägige Vorstrafen – erst im vergangenen April wurde er aus der Haft entlassen, weil er 2011 ein halbes Dutzend Luxusautos im Wert von fast zwei Mio. Euro bestellt hatte, ebenfalls ohne zu zahlen. Wegen des schnellen Rückfalls schloss der Richter am Freitag auch eine bedingte Haftstrafe aus, die Probezeit wurde von drei auf fünf Jahre verlängert.

Schaden konnte nicht beziffert werden

Wie groß der angerichtete Schaden tatsächlich ist, steht noch nicht fest. Der Eventmanager sagte, bereits Vorauszahlungen geleistet zu haben, seine Vertragspartner hätten aber zunächst auf den Ausgang des Verfahrens gewartet. Er schloss sich im Prozess als Privatbeteiligter mit einer Teilschadensersatzsumme von 30.000 Euro an.

Ein zweiter Anklagepunkt wegen einer Droh-SMS über Internet (“Wenn du mich anzeigst, kille ich dich”) wurde am Freitag im Zweifel für den Angeklagten fallen gelassen. Es konnte nicht nachgewiesen werden, dass er die Kurznachricht geschrieben hatte. (APA)

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