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Betonwerk Egg sorgt für Aufruhr

Egg - Bürgerinitiative gegen den Ausbau des ehemaligen Betonwerkes Gebrüder Feldkircher: Täglich werden hunderte Beton- und Kiesfuhren von Andelsbuch nach Egg  und retour gekarrt. Jetzt gehen die Anrainer auf die Barrikaden. Bilder vom Betonwerk Egg 

Am 11. Dezember wird um 8:30 Uhr vor Ort demonstriert. Egg leidet unter Lärm, Schadstoffemissionen und Feinstaub. “Das Problem ist seit Langem bekannt, geschehen ist aber nichts”, sagt der ehemalige Gemeindearzt Dr. Jos Willam, einer der betroffenen Anrainer. Nun haben sich die Anrainerinnen und Anrainer der Großdorfer Straße zur Bürgerinitiative “Pro Egg” zusammengeschlossen, um von einem Unternehmen Nachhaltigkeit einzufordern.

“Konkret geht es dabei um wirtschaftliche Aktivitäten der Betonwerk Egg GmbH mit Firmensitz in Nüziders, die hier keine Abbaugenehmigung für Kies besitzt”, erklärt Maria Rose Steurer-Lang, “dennoch hat das Unternehmen bis jetzt am Standort Egg, Niederbuch, für seine Betonmischanlage festgehalten”. Die Situation, die sich daraus ergäbe, sei aus ökologischer Sicht untragbar, so die Verantwortlichen der Bürgerinitative “Pro Egg”: Jährlich rollen zehntausende Tonnen – meist in Andelsbuch geschürftes Kies über die Bregenzerwald Straße und die Großdorfer Straße, um dieses in der ehemaligen Anlage der Gebrüder Feldkircher zu verarbeiten. Der Beton wiederum wird zu einem großen Teil zurück in den Hinterwald transportiert. Dadurch verursacht das Unternehmen für die Gemeinden Andelsbuch und Egg nicht nur unnötige Lärmemissionen, sondern auch Unmengen unnötiger Schadstoffemissionen und Feinstaub. Massive Erschütterungen der Häuser prägen den Alltag der darin wohnenden Anrainerinnen und Anrainer der Zubringerstraßen.

Besonders betroffen sind die Eggerinnen und Egger, die entlang der Großdorfer Straße leben, da die Lärm- und Schadstoffemissionen eines Kraftfahrzeugs nicht nur von der Beladung, sondern auch von der Steigung einer Straße abhängig sind und naturgemäß mit diesem Faktor zunehmen. Bei der Planung dieser stark frequentierten Verkehrsverbindung in den Vorderwald hatte man darüber hinaus auf einen hohen Gehsteig verzichtet. Dies hat nun zur Folge, dass PKWs, LKWs und Busse im Bedarfsfall ohne zu zögern auf den Bürgersteig ausweichen. Gaby Greber hat mit Recht Angst um ihre Kinder. “Wir Anrainer sehen nicht ein, dass dieses leidige Problem von der Gemeinde und den zuständigen Behörden unter den Tisch gekehrt wird, ich sehe auch nicht ein warum die beiden Betriebsstandorte Egg und Andelsbuch nicht zusammenführt werden”.

Bereits 1990 hat die Gemeinde unter Bgm. Dr. Anton Sutterlüty und Vizebürgermeister Hugo Waldner die bestehende Situation als raumpolitisch nicht zufriedenstellend erkannt und sich hinter die Anrainerinnen und Anrainer gestellt. Seither wurde von der Zusammenlegung der Betriebsstandorte gesprochen – geblieben ist alles beim Alten. Gegenwärtig hat das Bauansuchen der Betonwerk Egg GmbH, Nüziders, aufhorchen lassen, wonach im Betriebsgelände in Egg eine Betonrecyclinganlage gebaut werden soll. Dabei geht es darum, das beim Waschen der Mischwagentrommeln bzw. der Betonpumpen anfallende Spülwasser – inklusive des damit anfallenden Rest- bzw. Rückbetons – wieder dem Materialfluss zuzuführen. Aus ökologischer Sicht wäre das grundsätzlich gutzuheißen, doch muss diese Betriebsmaßnahme im Rahmen eines Gesamtkonzeptes und eines größeren ökologischen Zusammenhanges unter Berücksichtigung des Betriebsstandortes betrachtet und diskutiert werden. Darüber sind sich alle Betroffenen einig.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerinitiative “Pro Egg” sind nicht mehr länger bereit, ihr Anliegen in Bezug auf Verkehrsberuhigung von Seiten der Behörde bagatellisieren und im Endeffekt ignorieren zu lassen. “Was die Betonwerk Egg GmbH mit den Anrainerinnen und Anrainern der Zubringerstraßen (L200 und L29) aufführt, leuchtet keinem vernünftigen Menschen ein”, so Josef Gassner. “Man hat uns bereits im Jänner seitens der Gemeinde eine Lösung versprochen. Wir dachten allerdings, sie würde zu unseren Gunsten ausfallen”, äußert sich der Anrainer enttäuscht. Am 11. Dezember soll eine Kommissionierung stattfinden. “Wir werden an Ort und Stelle aufmarschieren”, so Gassner.

Niederbuch, 6863 Egg

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