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Bethlehem: Erstmals wieder 30.000 Pilger

Zum ersten Mal seit dem Heiligen Jahr sind heuer wieder geschätzte 30.000 ausländische Pilger und christliche Araber aus Israel zum Krippenplatz von Bethlehem gekommen.

An der Christmette in der katholischen Katharinenkirche direkt neben der Geburtsbasilika nahm erstmals wieder seit dem Jahr 2000 der palästinensische Präsident teil. Neben Mahmoud Abbas kamen auch wieder Diplomaten zur Mette, die vom lateinischen Patriarchen Michel Sabbah zelebriert wurde.

Noch vor wenigen Tagen hatte es im Heiligen Land 25 Grad gegeben, die Sonne schien von einem wolkenlosen Himmel. Doch genau zu Weihnachten brach ein eisiges Unwetter über das Heilige Land herein. Der Wasserspiegel des See Genezareth stieg um sieben Zentimeter, während die Meteorologen für die Berge Judäas, in denen Jerusalem und Bethlehem auf einer Höhe von mehr als 800 Metern liegen, sogar mit „weißen Weihnachten“ spekulierten. Doch der Schnee blieb am Ende aus.

Das israelische Militär hatte palästinensischen Verbindungsoffizieren versichert, bis Dienstag keine militärischen Aktionen in Bethlehem zu unternehmen, „um während der Weihnachtsfeiern keine unnötigen Spannungen aufkommen zu lassen“. Gleichzeitig teilten militante palästinensische Organisationen mit, keine Anschläge verüben zu wollen.

In Interviews und Weihnachtsbotschaften beschrieben Bethlehems Bürgermeister Victor Batarseh und der lateinische Patriarch Bethlehem als „Gefängnis“, kritisierten die „Mauer“, die die Stadt umgebe. Sie plädierten für ihren Abriss. Das Heilige Land benötige Brücken, nicht Mauern, sagten sie. Kurz vor Weihnachten hatten die Israelis einen neuen modernen Checkpoint eröffnet, der den seit 1994 existierenden Kontrollpunkt ersetzt. Die meisten Busse mit Pilgern wurden unkontrolliert durchgewunken.

In seiner weltweit live im Fernsehen übertragenen Predigt nahm der Patriarch auf das vor 40 Jahren zu Ende gegangene Zweite Vatikanische Konzil und den damals eröffneten „neuen Horizont“ zu einem Dialog mit Muslimen und Juden Bezug. Der Patriarch kritisierte die politische Lage im Heiligen Land: „Wie können wir Weihnachten feiern und uns freuen mit der Mauer um uns herum, die uns einsperrt, mit dem konfiszierten Landbesitz, mit den jungen Leuten, die mitten in der Nacht abgeholt und ins Gefängnis gesteckt werden, mit der allgemeinen Instabilität und Unsicherheit in unserer eigenen Gesellschaft?“

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