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Bestechungsskandal: Sharon unter Druck

Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon ist heute im Zusammenhang mit einem Bestechungsskandal neuerlich von der Polizei einvernommen worden.

Nach israelischen Medienberichten sollte die Vernehmung in Sharons Residenz in Jerusalem die letzte sein, bevor die Staatsanwaltschaft über eine Anklage entscheidet. Eine Anklageerhebung würde für den Likud-Premier den Verlust seines Regierungsamtes bedeuten.

Siedlungsräumung soll ablenken

Politiker und politische Beobachter sehen einen Zusammenhang zwischen den intensivierten polizeilichen Ermittlungen und der jüngsten Ankündigung des Regierungschefs, er werde jüdische Siedlungen im Gaza-Streifen räumen lassen. Sharon wolle mit seinem Plan, der zum Kollaps seiner rechtsgerichteten Regierungskoalition führen könnte, von dem Bestechungsskandal ablenken, hieß es. Das Ausmaß der Ermittlungen entspreche jenem der angekündigten Siedlungs-Räumung, sagte am Donnerstag der stellvertretende Minister und rechtsgerichtete Parlamentsabgeordnete Zvi Hendel, der selbst in einer jüdischen Siedlung im Gaza-Streifen lebt.

690.000 Dollar Schmiergeld

Der Druck auf den Regierungschef ist mit der Anklageerhebung gegen den Immobilienunternehmer David Appel im Jänner erheblich gewachsen. Appel wird vorgeworfen, seinem Parteifreund und damaligen Außenminister Sharon 1999 für ein Tourismusprojekt in Griechenland 690.000 Dollar Schmiergeld gezahlt zu haben. Der Geld soll teilweise als Honorar für Marketingtätigkeiten an Sharons Sohn Gilad geflossen sein. Appel sagte am Mittwoch, Sharon habe von nichts gewusst. Auch der heutige stellvertretende Ministerpräsidenten Ehud Olmert, damals Likud-Bürgermeister von Jerusalem, soll bestochen worden sein.

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