Beste Meisterschaft seit Jahren

Alpla HC Hard empfängt zum HLA-Auftakt heute Bärnbach/Köflach – Bregenz in Leoben zu Gast.

Geht es nach der Meinung der Vertreter der zehn Vereine der Handball-Liga Austria (HLA), dann kommt der Meister der am Mittwoch mit der vorgezogenen Partie zwischen Titelverteidiger Fivers Margareten und Cupsieger Schwaz (28:23) gestarteten Punktejagd aus dem Quartett Fivers, Bregenz, Krems und Alpla HC Hard. Auf die Wiener tippten fünf Klubvertreter (Mehrfach-Nennungen waren möglich), auf den Serienmeister aus dem Ländle und den Cupfinalisten aus der Wachau je vier, und ein Vertreter traut den „Roten Teufeln“ vom Bodensee den Titel zu. „Es wird heuer ähnlich offen wie in der vorigen Saison. Ich sehe die gleichen vier Vereine wieder im Halbfinale und hoffe natürlich, dass wir diesmal im Endspiel stehen“, sagte Krems-Vize-Obmann Johannes Hammer, der auch HLA-Präsident ist.
Nach Markus Wagesreiter (Bregenz), Bernd Friede (HC Hard) und Vytas Ziura (Margareten) in der letzten Saison haben auch heuer wieder ÖHB-Teamspieler den Weg zurück in die Heimat gefunden. Die SG WestWien hat Patrick Fölser (HSG Düsseldorf) und Konrad Wilczynski (Füchse Berlin) in die Heimat geholt. Damit hat sich das Kontingent an aktuellen heimischen Teamspielern auf zwölf Mann erhöht. Derzeit tummeln sich 140 (82 Prozent) in- und 31 ausländische Spieler (18 Prozent/Vorsaison 32 Legionäre) in der HLA. Auf dem Transfermarkt überwogen die Abgänge (43) gegenüber den Zugängen (25).
Die meisten Änderungen gab es bei WestWien (je 6). „Bei uns hat sich einiges getan. Wir haben mit der Südstadt auch eine neue Heimstätte gefunden und mit Union WestWien eine Kooperation abgeschlossen“, erklärte Flügelflitzer Wilczynski, der auch als Manager fungiert.

Bregenz nun ohne „A1“

Der Seriensieger der Jahre 2004 bis 2010, der sich nicht mehr A1, sondern Bregenz Handball nennt, hat die Ziele 2011/12 klar definiert. „Diesmal haben wir eine gute Vorbereitung ohne Verletzte hinter uns und wollen zurückschlagen. Revanche ist angesagt“, erklärte Frühstück. Jetzt würden mehr Akteure als noch vor drei Jahren in der HLA spielen wollen, es sei nun attraktiv, bei uns zu spielen. Der Bregenz-Manager ist überzeugt, dass es „die beste Meisterschaft der vergangenen fünf Jahre“ werden wird.
Hinter den Kulissen hat die HLA schon einen Erfolg gelandet. Der TV-Vertrag wurde um drei Jahre verlängert. „Es waren intensive Verhandlung mit mehreren Partnern“, so ÖHB-Generalsekretär Martin Hausleitner. In Zukunft werden 50 Prozent mehr Spiele pro Saison übertragen, außerdem hat der ORF die Rechte an allen Spielen der Qualifikation zur Champions League sowie der EM-Ausscheidung erworben. Erstmals werden neben allen Finalspielen auch die vier HLA-Halbfinalpartien übertragen.
Im Zuge der erhöhten Präsenz im Fernsehen überlegen die HLA-Funktionäre eine Konzentration der Kräfte mit der Bundesliga zum Wohle des Handballs. „Wir diskutieren, wie und ob dies Sinn macht. Von einer Zusammenarbeit bis hin zu einer Fusion ist alles denkbar. Die Ligen-Formate bleiben aber gleich“, sagte HLA-Präsident Hammer, der auch den Weg mit Doppel-Veranstaltungen von Männer- und Frauen-Spielen weiter verfolgen will. Unverändert bleibt der Austragungsmodus der Meisterschaft. Zum zweiten Mal werden zwischen Weihnachten und Neujahr zwei Runden (27. bzw. 30. Dezember) des Grunddurchgangs ausgetragen. Die ersten Sechs starten mit Bonuspunkten (5-4-3-2-1-0) ins Meister-Play-off (ab 11. Februar). Die Halbfinale und das Endspiel werden abermals in einer Best-of-three-Serie entschieden.
Noch nicht klar ist, mit wie vielen Vereinen Österreich nach der Europacup-Reform, die eine Streichung des Cupsiegerbewerbs gebracht hat, ab 2012/13 vertreten sein wird. Dem ÖHB wurden neben dem zweitklassigen Challenge Cup nur zwei Startplätze (Champions League Qualifikation und EHF-Cup) zugewiesen. Der Verband hofft, dass der Cupsieger am EHF-Cup teilnehmen darf und hat eine entsprechende Anfrage an die EHF gerichtet, aber noch keine Antwort erhalten.

Die Meistertipps und Erwartungen

Fivers Margareten Meistertipp: Fivers
Thomas Menzl (Manager): „Wir wollen uns weiter entwickeln, wieder einige junge Spieler in die HLA-Mannschaft einbauen und zumindest so erfolgreich sein wie letzte Saison. Wir werden angreifen und versuchen, den Titel erfolgreich zu verteidigen. Es wird eine spannende Meisterschaft

Bregenz Handball Meistertipp: Bregenz
Roland Frühstück (Manager): „Wir sind stärker als in der letzten Saison und wollen zurückschlagen – Revanche ist angesagt. Aber auch Margareten und Krems wollen Meister werden. Ich bin überzeugt, das wird die beste Meisterschaft seit fünf Jahren werden.“

UHK Krems Meistertipp: Margareten, Bregenz, Hard oder Krems
Johannes Hammer (Obmann-Stellvertreter): „Wir wollen mindestens Cupsieger und/oder Meister werden und Margareten nachmachen, als wir 2010 ihre Nachfolge als Cupsieger angetreten haben. Wir haben den serbischen Zwei-Meter-Mann Uros Lazarevic für den Aufbau geholt und werden nochmals angreifen.“

Alpla HC Hard Meistertipp: Krems
Berry Novacic (Teammanager): „Eine Steigerung muss her, nachdem wir im Meister-Play-off Vierte waren und im Halbfinale gescheitert sind. 75 Prozent unserer Spieler sind keine Vollprofis, trotzdem sind unsere sportlichen Ziele hoch gesteckt.“

HC Linz Meistertipp: Krems
Christian Kropf (Obmann): „Nach dem Ableben unseres langjährigen Präsidenten Alfred Kropf wollen wir seine Ziele und Vision im neuen Vorstand weiter verfolgen. Wir setzen heuer auf Kontinuität, wollen das Meister-Play-off erreichen und die großen Vereine ärgern.“

ULZ Schwaz Meistertipp: Margareten oder Bregenz
Klaus Hauser (Obmann): „Wir haben die beste Saison unserer Vereinsgeschichte hinter uns, sind Cupsieger und Mannschaft des Jahres geworden. Das ist unser Ansporn, doch es wird schwierig, dieses Level zu halten. Wir wollen wieder ins Meister-Play-off und ins Cup-Final-Four.“

HIT Tirol Meistertipp: Krems
Dieter Blasinger (Manager): „Zuletzt haben wir das Meister-Play-off verpasst und hoffen, dass wir keine Ausfälle haben und es diesmal erreichen werden. Wir haben uns punktuell verstärkt, aber die Spielerdecke ist dünn.“

SG HB West Wien Meistertipp: Margareten
Conny Wilczynski (Geschäftsführender/Manager/Spieler): „Bei uns hat sich einiges getan. Unsere Ziele sind zunächst kurzfristig bis Weihnachten ausgerichtet, wir wollen schnellstmöglich das Meister-Play-off erreichen. Es ist eine große Herausforderung, den Verein langfristig an die Spitze zu führen.“

Union Leoben Meistertipp: Bregenz
Hannes Turini (Manager): „Wir waren drei Jahre lang immer am Ende der Tabelle, diesmal wollen wir weiter vorne landen. Unser Ziel ist ein Platz zwischen sechs und acht. Dazu haben wir mit Spyridon Balomenos einen griechischen Teamspieler geholt, der vier Jahre in Deutschland und zuletzt in Norwegen tätig war.“

HSG Bärnbach/Köflach Meistertipp: Margareten
Andreas Albrecher (Vize-Obmann): „ 2010/11 haben wir unser Ziel nicht erreicht, es war eine Lehrsaison. Mit dem Mazedonier Vlatko Mitkov von Balingen-Weilstetten haben wir Qualität und Erfahrung geholt, wir wollen uns in der Liga etablieren und Sechster werden.“

Handball-Liga Austria der Männer 2011/12

1. Runde

Alpla HC Hard – HSG Bärnbach/Köflach Samstag, 19.00 Uhr
Sporthalle am See, SR Hofer/Schmidhuber

Union Leoben – Bregenz Handball Samstag, 19.00 Uhr
SH Leoben/Donawitz, SR Kaschütz/Reisinger

HC Linz – UHK Krems Samstag, 16.00 Uhr

HIT Tirol – SH HB West Wien Samstag, 18.30 Uhr

Bereits am Mittwoch gespielt: Fivers Margareten – ULZ Schwaz 28:23 (13:11)

2. Runde (Samstag, 10. September): Bregenz Handball – Fivers Margareten (19.00 Uhr);
SG HB West Wien – Alpla HC Hard (20.00 Uhr); ULZ Schwaz – UHK Krems (18.00 Uhr); HC
Linz – HIT Tirol (19.00 Uhr); HSG Bärnbach/Köflach – Union Leoben (19.00 Uhr)

Internet: www.sis-handball.at

(VN)

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