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Besonderes Faible für Sprachen

Elisabeth Schallenberg begleitet Schüler schon seit Jahren durch Sprachwettbewerbe.

Am Wochenende ruft der Berg. Da komme, was wolle. Wann immer es geht und die Verhältnisse es zulassen, sind Elisabeth Schallenberg und ihr Mann an den freien Tagen in luftigen Höhen zu finden. Auch für diesen Sonntag ist eine Skitour angedacht. Doch vorher gilt es noch, rund neunzig Schüler durch einen Sprachwettbewerb zu begleiten. Die AHS-Lehrerin, die am BG Bludenz Französisch unterrichtet, tut dies seit zehn Jahren. Daneben leitet Schallenberg das Sprachenzentrum „Speak“ in Feldkirch. Eine zeitaufwändige Sache, das Pendeln zwischen zwei Berufen. „Doch Tage wie heute, an denen man so viele motivierte junge Menschen um sich hat, sind eine Entschädigung“, sagt sie.

Im Alten Landtagssaal in Bregenz geben sich Schüler aus AHS und BHS die Klinke des stuckbewehrten Vortragsraumes in die Hand. Hinter der schweren Holztüre wartet eine Jury, die den Sprachkenntnissen der Mädchen und Burschen gründlich auf den Zahn fühlt. Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch stehen zur Auswahl. Das Gros der Teilnehmer hält

sich allerdings an Altbewährtes, nämlich Englisch. Elisabeth Schallenberg lächelt. Im Vergleich zum etwas sperrigen Französisch ist das eben einfacher zu lernen. Doch so eingleisig wird die Sache ohnehin nicht mehr betrachtet. Mehrsprachigkeit heißt die Devise der Zukunft. „Der Trend geht dahin, nicht mehr nur eine Sprache gründlich zu lernen, sondern sich verschiedene Sprachbausteine anzueignen“, erklärt die gebürtige Niederösterreicherin.

An Boden verloren

Sie selbst entdeckte ihr Faible für Französisch sehr früh. Bereits mit fünf Jahren kam sie an einer französischen Schule in Wien mit Sprache und Kultur in Kontakt. „Das hat mich schon geprägt“, gibt Elisabeth Schallenberg zu. Außerdem war Französisch zu jener Zeit, als sie das Gymnasium in Bregenz besuchte, die erste lebende Fremdsprache. „Wohl eine Nachwehe der Besatzungszeit“, mutmaßt Schallenberg. Dass ihre Lieblingssprache mittlerweile zugunsten von Englisch und Spanisch an Boden verloren hat, sieht die Pädagogin nicht so eng und durchaus praktisch. „Jeder Sprachbaustein, den man beherrscht, ist etwas wert“, meint sie großzügig.

Überhaupt sollte die Mehrsprachigkeit an den Schulen ihrer Ansicht verstärkt werden. Den Plan, das beim Landesschulrat beheimatete „Speak“ als Sprachenkompetenzzentrum in die künftige Pädagogische Hochschule Vorarlberg einzugliedern, wertet Schallenberg schon als „Signalwirkung“ in diese Richtung.

Je früher, umso besser

Je früher, umso besser gilt beim Fremdsprachenerwerb allemal. Ob in der Schule oder eben beim Lehramtsstudium. Denn aus eigener Erfahrung weiß die Mutter von zwei „bereits großen Kindern“, wie schwer man sich als Erwachsener tut, eine Sprache nachzuholen.

Elisabeth Schallenberg verspürt so „ein Manko“ bei ihren Englischkenntnissen. Deshalb spielt sie bei den Sprachwettbewerben gerne den guten Geist, um den Nachwuchs zu unterstützen. Und freut sich, dass der die wohlverdienten Urkunden fast wie einen Schatz hütet.

ZUR PERSON

Mag. Elisabeth Schallenberg

  • Geboren: 21. Juni 1951 in St. Pölten
  • Wohnort: Bürs, verheiratet, 2 Kinder
  • Beruf: AHS-Lehrerin
  • Hobbys: Beruf, Sprachen und Geografie, Bergwandern, Skitouren
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