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Bernhard Gruber beendet nach Herzproblemen Laufbahn

Bernhard Gruber blickt auf eine großartige Karriere zurück
Bernhard Gruber blickt auf eine großartige Karriere zurück ©APA
Am Tag exakt zwei Jahre nach seiner letzten Einzelmedaille bei einem Großereignis hat der Nordische Kombinierer Bernhard Gruber am Sonntag in Oberstdorf sein Karriereende bekanntgegeben. Der 38-Jährige hatte sich vor rund einem Jahr wegen Herzproblemen einem Eingriff unterzogen, nach einem Comeback am 23. Jänner dieses Jahres in Lahti mussten ihm aufgrund einer neuerlichen Herzkranzgefäßverengung erneut zwei Stents eingesetzt werden.

Gruber ist Österreichs erfolgreichster WM-Kombinierer. Je drei Gold-, Silber- und Bronze-Medaillen holte der Salzburger bei Weltmeisterschaften. Bei den Heim-Titelkämpfen 2019 in Seefeld kamen noch einmal Silber und zweimal Bronze dazu. Seine drei WM-Titel holte Gruber 2015 in Falun im Großschanzen-Einzel sowie 2011 in Oslo mit seinem ÖSV-Kollegen in den Teambewerben. Mit der Mannschaft wurde er 2010 in Vancouver auch Olympiasieger, dazu kamen drei olympische Bronze-Medaillen. Sieben Weltcupsiege feierte der Hobby-Musiker.

"Das war recht heftig"

"Ich möchte meinen offiziellen Rücktritt, mein Karriereende bekanntgeben, aufgrund des Vorfalls in Lahti", waren Grubers Worte zu Beginn eines Mediengesprächs im Rahmen der WM in Oberstdorf. "Das war recht heftig und ein ordentlicher Schuss vor den Bug. Ich habe auch mit den Ärzten gesprochen und sie haben gesagt, es ist eher gescheiter, wenn ich mich vom Leistungssport verabschiede. Weil es sind doch jetzt noch zwei Stents dazugekommen und das macht die Sache jetzt nicht einfacher."

Er müsse nun schauen, ein bisschen ruhiger zu treten, seinen Körper wieder regenerieren zu lassen. Die Ärzte seien freilich zuversichtlich, dass alles wieder ganz normal werde. Das stimme ihn positiv. Für den Familienvater sei seine Entscheidung relativ bald nach dem Zwischenfall in Finnland festgestanden. "Der Vorfall, der in Lahti passiert ist, das möchte ich nicht noch einmal haben. Es war, wie wenn dir jemand mit dem Schraubstock den Brustkorb zudrückt. Das war beängstigend."

Zu großes Risiko

Er wolle seine Gesundheit nicht weiter aufs Spiel setzen, so war die Entscheidung auch im Gespräch mit der Familie recht bald gefällt. "Weil es würde, glaube ich, vom gesundheitlichen Aspekt ein zu großes Risiko sein", bezog sich der bis dato älteste Sieger eines Weltcups auf die nicht verfolgte Option der Fortsetzung der Laufbahn. Das Antreten im Teamsprint von Lahti mit Mario Seidl sei aber völlig gerechtfertigt gewesen, in unzähligen Untersuchungen davor habe es keine Auffälligkeiten gegeben.

Nun absolviere er in Salzburg eine ambulante Reha, der Aufbau laufe gut. "Ich bin happy, dass ich wieder so dastehen kann." Und sportlich sei wieder alles möglich. "Natürlich muss ich mich ein bisschen von dem Leistungsgedanken verabschieden, sondern für mich sporteln. Der mich kennt, weiß, ich schieße vielleicht oft gleich einmal über das Ziel hinaus. Ich möchte guten Gesundheitssport betreiben, damit ich mich lange fit halten kann."

"Blicke sehr gerne zurück"

Von seiner Karriere wolle der Pongauer keinen bestimmten Erfolg hervorheben. "Alle Eindrücke und Emotionen haben spezielle Situationen mit sich gebracht. Ich blicke sehr gerne auf die ganzen Momente, die ich mit meinen Teamkollegen und mit mir selber erleben habe dürfen zurück. Das ist Goldes wert, das war absolut ein genialer Lebensabschnitt. Das Gesamtpackage, der Gesamteindruck bleibt - und das finde ich irrsinnig schön."

Nach Oberstdorf sei er diesmal mit gemischten Gefühlen angereist. "Es war ganz eigenartig, dass ich kein Equipment mit habe, nur als Zuschauer". Es habe ihn dann auch gejuckt, als er seine Kollegen im WM-Teambewerb zugesehen habe. "Wir haben sehr viel gute Talente in Österreich. Da werden wir sicher noch viel Freude haben." Für seine Zukunft habe er ein paar Optionen, Visionen. Etwas beim ÖSV sei nicht undenkbar. "Das würde mir schon taugen, mitzuwirken und mein Wissen weiterzugeben."

(APA)

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