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Berlusconi verteidigt Parteikollegen vor Attacken seiner Ehefrau

Die eigene Ehefrau hatte ihn wegen seines Beschlusses, in den Wahllisten für die Europawahlen im Juni stark auf Showgirls, Schauspielerinnen und andere attraktive Frauen aus dem Fernsehen zu setzen, heftig kritisiert.

Ganz, wie man es von ihm gewöhnt ist, reagiert der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi auf die Attacken der Opposition und seiner Ehefrau Veronica Lario. Sie hatten ihn wegen seines Beschlusses, in den Wahllisten für die Europawahlen im Juni stark auf Showgirls, Schauspielerinnen und andere attraktive Frauen aus dem Fernsehen zu setzen, heftig kritisiert. “Die Kandidaten meiner Partei bei den Europawahlen sind kultivierte und kompetente Personen. Sie sind keine schlecht gekleideten und übelriechenden Menschen, wie die Vertreter anderer Parteien, die im Parlament sitzen”, konterte Berlusconi am Mittwoch im Gespräch mit Journalisten in Warschau.

“Wir wollen unsere politische Klasse mit Personen erneuern, die ihre Präsenz im Straßburger Parlament garantieren”, erklärte Berlusconi im Vorfeld eines Kongresses der Europäischen Volkspartei. Die Polemik um die Kandidatinnen sei absurd: “Wenn eine Person einen Doktortitel hat und ausländische Sprachen kennt, gibt es keinen Grund, sie aus der Politik auszuschließen, nur weil sie im Fernsehen gearbeitet hat”, meinte Berlusconi.

“Die Kandidaten für die Europawahlen sind oft alte Schachteln der italienischen Politik, die mit einem Sitz in Straßburg in den Ruhestand treten. Sie sind nur an das Gehalt interessiert und nehmen oft an den Sitzungen nicht teil. Das muss sich jetzt ändern”, erklärte Berlusconi. Der Streit um die Kandidatinnen in seinen Wahllisten sei von der Opposition aufgebauscht worden. Auch seine Frau Veronica sei Opfer dieser “Desinformationskampagne”.

Zu den Kandidaten, die Berlusconi ins Straßburger Parlament hieven will, zählt die rothaarige Angela Sozio, die an Mediasets Reality Show Big Brother teilgenommen hat. So wie sie hofft auch die Römerin Eleonora Gaggioli auf eine politische Karriere. Die blonde Schauspielerin zählte zu den Stars der in Italien sehr beliebten TV-Serie Incantesimo. Die 28-jährige Barbara Matera, die als Stammgast an einem Sportprogramm teilnimmt, hofft ebenfalls auf eine Kandidatur. Sie träumt von einer brillanten Karriere wie jene von Frauenministerin Mara Carfagna, die ihre Laufbahn als Showgirl auf Berlusconis TV-Kanälen begonnen hat und jetzt in der Regierung sitzt.

Die Straßburger EU-Parlamentarierin Alessandra Mussolini, die um die Wiederwahl kämpft, äußerte sich ironisch über Berlusconis Kandidatinnen. “Aus diesem Streit gehen die italienischen Frauen als Verliererinnen hervor”, meinte Mussolini.

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