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Berlusconi hofft auf Revanche

Nach der Niederlage bei den italienischen Parlamentswahlen hofft die Mitte-Rechts-Allianz von Silvio Berlusconi auf eine Revanche.

Die Spitzenpolitiker des „Hauses der Freiheiten“ können sich nach der Enttäuschung der Parlamentswahlen keine Ruhepause gönnen. Ihnen stehen nur noch fünf Wochen Wahlkampagne vor den Teilkommunalwahlen am 28. Mai bevor, bei denen die Gemeinderäte der größten italienischen Städte – Rom, Mailand, Turin und Neapel – erneuert werden.

Gewählt wird auch in acht Provinzen und 1.250 Gemeinden Siziliens. Dabei wird auch der Regionalrat Siziliens neu gewählt. Die Stichwahlen unter den beiden Kandidaten für den Bürgermeisterposten, die weniger als 50 Prozent der Stimmen erhalten haben, sind am 11. Juni geplant.

Nach der Niederlage bei den Parlamentswahlen will Berlusconi all seine Kräfte zusammenraffen, um in den größten Städten Italiens die Oberhand zu gewinnen. Persönlich will sich der Medienzar für den Wahlsieg seiner Unterrichtsministerin Letizia Moratti einsetzen, die in Mailand um den Bürgermeisterposten kämpft. Moratti, deren Unterrichtsreform von Berlusconi im Wahlkampf wiederholt enthusiastisch gelobt wurde, tritt gegen den ehemaligen Mailänder Polizeichef Bruno Ferrante an, der vom Mitte-Links-Bündnis Unione gesponsert wird.

Um der Ministerin zum Sieg zu verhelfen, will Berlusconi als Spitzenkandidat seiner Forza Italia in seiner Heimatstadt am Wahlkampf teilnehmen. Umfragen zufolge werden Moratti gute Chancen eingeräumt, zur Nachfolgerin des Forza-Italia-Bürgermeisters Gabriele Albertini aufzurücken. Dieser regiert bereits seit zehn Jahren die lombardische Hauptstadt.

Weniger Erfolgschancen scheint der Kandidat der Mitte-Rechts-Allianz in Rom zu haben. Auch in der Ewigen Stadt setzt Berlusconi auf einen seiner Minister, Gianni Alemanno. Dem scheidenden Landwirtschaftsminister und Spitzenpolitiker der rechten Alleanza Nazionale steht eine Herkulesarbeit bevor. In wenigen Wochen muss er versuchen, den seit fünf Jahren amtierenden Bürgermeister Walter Veltroni unter Druck zu setzen. Der Vertreter der oppositionellen Linksdemokraten, der um eine Mandatsverlängerung kämpft, ist der absolute Favorit.

Laut jüngsten Meinungsumfragen sollte es ihm gelingen, weiterhin das Ruder der Hauptstadt im Griff zu behalten. Selbst die Gegner des linksdemokratischen Bürgermeisters müssen eingestehen, dass Veltroni gute Arbeit geleistet hat und dass seine Mandatsverlängerung durchaus möglich ist.

Die italienische Politik blickt auch mit Interesse auf den Wahlkampf in Turin und Neapel. Der scheidende Bürgermeister Sergio Chiamparino, der wegen der tadellosen Organisation der Olympischen Winterspiele internationales Lob geerntet hat, wird vom Mitte-Links-Bündnis Ulivo unterstützt. Sein Herausforderer ist der scheidende Unterstaatssekretär im Wirtschaftsministerium, Michele Vietti. Der Politiker der christdemokratischen UDC gilt als Vertrauensmann von Kammerpräsident Pier Ferdinando Casini.

In Neapel setzt die Mitte-Rechts-Allianz auf einen Neuling der Politik, den ehemaligen Polizeichef Franco Malvano, der bei den Parlamentswahlen am vergangenen Wochenende zum Senator der Forza Italia gewählt wurde. Malvano fordert die seit fünf Jahren amtierende Bürgermeisterin der Vesuv-Stadt, Rosa Russo Jervolino, heraus.

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