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Benedikt XVI. ist nach Rom zurückgeflogen

Brasilien - Nach seinem fünftägigen Besuch in Brasilien ist Papst Benedikt XVI. nach Rom zurückgeflogen. Benedikt wurde von Vize-Präsident José Alencar verabschiedet.

In seiner kurzen Abschiedsrede auf dem internationalen Flughafen von Sªo Paulo erklärte der deutsche Papst am späten Sonntagabend (Ortszeit), er habe im größten katholischen Land der Erde „intensive und unvergessliche Stunden erlebt“. Die Alitalia-Maschine des Papstes hob gegen 20.55 Uhr Ortszeit (1.55 Uhr MESZ) ab.

In Brasilien habe er „eine mächtige Bekundung des Glaubens an Christus“ angetroffen, sagte der Pontifex. „In meinem Gedächtnis werden die Bekundungen von Begeisterung und großer Frömmigkeit der ganzen Bevölkerung für immer tief eingeprägt bleiben“, fügte er hinzu.

Zum Abschluss seiner ersten Überseereise hatte der Papst zuvor am Sonntag im Wallfahrtsort Aparecida eine Messe zur Eröffnung der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz gefeiert. Vor 200.000 Menschen forderte er eine „neue Evangelisierung“ für Lateinamerika. Vor dem Hintergrund des rapiden Rückgangs des Anteils von katholischen Gläubigen in Lateinamerika sagte der Papst, eine „neue, unwiderstehliche missionarische Kraft“ sei nötig.

Der Pontifex prangerte auch die Abwerbungsstrategien der protestantischen Sekten und Freikirchen an. Die Kirche betreibe keine Abwerbung, sondern wachse vielmehr durch ihre Anziehungskraft, so wie Christus „durch die Kraft seiner Liebe alle zu sich hingezogen“ habe.

Joseph Ratzinger erteilte erneut der umstrittenen, marxistisch orientierten Befreiungstheologie eine Absage. Der Glaube, der aus Lateinamerika „den Kontinent der Hoffnung“ gemacht habe, sei „keine politische Ideologie, keine soziale Bewegung wie auch kein Wirtschaftssystem“.

Zum Auftakt der Sitzung der Bischofskonferenz kritisierte das Oberhaupt der katholischen Kirche dann vor 162 Bischöfen aus Lateinamerika und der Karibik die Tendenz zum bedingungslosen Profitstreben im Zuge der Globalisierung. Die Globalisierung bringe die Gefahr einer Bildung „großer Monopole“ mit sich. Häufig werde „Profit wie der oberste Wert behandelt“. Sowohl Marxismus als auch Kapitalismus hätten Versprechungen gemacht, die sich als falsch erwiesen hätten.

Bei seiner Ankunft auf dem Hauptplatz von Aparecida war der Papst morgens von Hunderttausenden Gläubigen bejubelt worden. Er traf bei sonnigem Wetter im gepanzerten Papamobil und unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen ein. Er drehte aber das Fenster des Fahrzeugs herunter und winkte den Massen fröhlich zu. Medien sprachen von 200.000 bis 250.000 Teilnehmern, die teilweise bereits in der Nacht vor der Basilika auf den Papst gewartet hatten.

Die Teilnehmerzahl blieb allerdings deutlich hinter den Erwartungen zurück. Man hatte auf eine Million Besucher gehofft und mit mindestens 500.000 gerechnet. 50 Angehörige einer Sekte, die in Aparecida gegen den Papst protestiert hatten, wurden nach Angaben der Polizei festgenommen.

Papst erholt sich im Castel Gandolfo

Papst Benedikt XVI. ist am Montagmittag kurz vor 12.30 Uhr auf dem römischen Flughafen Ciampino von seiner Lateinamerikareise zurückgekehrt. Von dort fuhr er unmittelbar nach Castel Gandolfo, um sich zu erholen. Am Vorabend hatte er im brasilianischen Aparecida die 5. Generalversammlung des lateinamerikanischen Bischofsrates (CELAM) eröffnet. Um 1.45 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit trat er von Sao Paulo aus den Rückflug an.

In den vergangenen Tagen nahmen Millionen Brasilianer an großen Open-Air-Gottesdiensten des Papstes teil. In seinen Reden und Predigten forderte Benedikt XVI. die Katholiken zu größerem gesellschaftlichen Engagement, zu Einsatz für die Menschenrechte und die Bewahrung der Schöpfung auf. Ein Höhepunkt der Visite war die Heiligsprechung des ersten geborenen Brasilianers, des Franziskanerpaters Frei Antonio de Sant’Ana Galvao.

Für die Arbeit der Kirche Lateinamerikas wollte der Papst neue Impulse geben. So sprach er sich für eine Evangelisierungsoffensive und für die „vorrangige Option für die Armen“ aus. Benedikt XVI. machte deutlich, dass die katholische Kirche entschlossen ist, in Lateinamerika die Auseinandersetzung mit den aus Nordamerika unterstützten Sekten aufzunehmen.

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