Benedikt XVI. besucht Polen

Papst Benedikt XVI. besucht von Donnerstag bis Sonntag (25. bis 28. Mai) das Heimatland seines polnischen Vorgängers Johannes Paul II.

Benedikt XVI. wird neben der Hauptstadt Warschau die Wallfahrtsorte Tschenstochau (Czestochowa) und Kalwaria Zebrzydowska besuchen und in Johannes Pauls Geburtsort Wadowice sowie in seiner Bischofsstadt Krakau Halt machen. Schlusspunkt der Visite bildet ein Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz.

Die gesamte Pastoralreise steht unter dem Motto „Seid stark im Glauben“. Nach einem Jahr im Amt startet der Papst mit der Polen-Visite laut Kathpress seine eigene Agenda der Pastoralreisen ins Ausland. Nach dem Besuch beim Weltjugendtag in Köln, den noch sein Vorgänger angesetzt hatte, ist die jetzige Reise die erste selbst bestimmte Auslandsreise Benedikts XVI.. Im Juli folgt dann das spanische Valencia, Schauplatz des Weltfamilientreffens, und im September seine Heimat Bayern.

Für Polen hat Benedikt XVI. Orte und Symbole durchgängig so ausgesucht, wie sie auch sein Vorgänger gewählt haben könnte. Der Eröffnungsgottesdienst findet auf dem Pilsudski-Platz in Warschau statt – an dem Ort, wo Johannes Paul II. 1979 seine erste Polen-Reise begonnen hatte. Es folgen Stationen, die sich mit dem Namen und Wirken des polnischen Papstes verbinden: der Marienwallfahrtsort Tschenstochau, Karol Wojtylas Geburtsort Wadowice, sein persönlicher Lieblingswallfahrtsort Kalwaria Zebrzydowska, in Krakau die Wawel-Kathedrale und die Blonia-Wiesen sowie das moderne Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit im Arbeitervorort Lagiewniki.

Die letzte Station der Reise, der Besuch Benedikts XVI. in Auschwitz, steht ganz besonders unter dem Vorzeichen der deutschen Herkunft des Papstes. In der Gedenkstätte Auschwitz II-Birkenau – dem Ort, wo nach Angaben von Historikern mindestens eine Million Juden durch Gas ermordet wurden – wird Benedikt XVI. gemeinsam mit jüdischen Repräsentanten den Psalm 22 („Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“) beten. Auch der israelische Botschafter wird anwesend sein. Angekündigt ist auch eine Begegnung mit 32 Insassen der ehemaligen NS-Konzentrationslager Auschwitz und Auschwitz-Birkenau.

Der Papst war bereits als Kardinal zwei Mal in Auschwitz: während des Polen-Besuchs von Johannes Paul II. am 7. Juni 1979 sowie am 13. September 1980 mit einer Delegation der Deutschen Bischofskonferenz. Wenige Monate nach seinem Amtsantritt als Papst besuchte Benedikt XVI. die Synagoge in Köln. Er sagte damals: „Im 20. Jahrhundert hat dann in der dunkelsten Zeit deutscher und europäischer Geschichte eine wahnwitzige neuheidnische Rassenideologie zu dem staatlich geplanten und systematisch ins Werk gesetzten Versuch der Auslöschung des europäischen Judentums geführt, zu dem, was als die Shoah in die Geschichte eingegangen ist. Weil man die Heiligkeit Gottes nicht mehr anerkannte, wurde auch die Heiligkeit menschlichen Lebens mit Füßen getreten.“

Weltweit besteht großes Interesse am Besuch des Papstes in Polen. Mehrstündige Live-Übertragungen von TV-Stationen aus aller Welt begleiten das Großereignis, für das sich mehr als 4.000 Journalisten akkreditiert haben.

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