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Benedikt warnt vor Verlust der Wahrheit

Der christliche Glaube setze sich "entschieden der Resignation entgegen, die den Menschen als der Wahrheit unfähig ansieht", so der Heilige Vater in seiner Predigt Samstagvormittag in Mariazell.

„Diese Resignation der Wahrheit gegenüber ist der Kern der Krise des Westens, Europas.“

Weiters betonte der Papst, „wenn es Wahrheit für den Menschen nicht gibt, dann kann er auch nicht letztlich Gut und Böse unterscheiden“. Das zeige sich auch bei großen Erkenntnissen der Wissenschaft: „Sie können bedeutende Möglichkeiten zum Guten, zum Heil des Menschen sein, aber auch – wir sehen es – zu furchtbaren Bedrohungen, zur Zerstörung des Menschen und der Welt werden.“ Der Appell des Papstes: „Wir brauchen Wahrheit“.

Aufgrund der Erfahrung der Geschichte gebe es aber auch die Angst davor, „dass der Glaube an die Wahrheit Intoleranz mit sich bringt“. „Wenn uns diese Furcht überfällt, die ihre guten geschichtlichen Gründe hat, dann wird es Zeit, auf Jesus hinzuschauen“, so der Papst zu den mehr als 30.000 Pilgern.

Der Blick auf das Kind Jesus, wie es die Gnadenstatue von Mariazell zeige, erinnere auch an alle Kinder dieser Welt: „An die Kinder, die in der Armut leben, als Soldaten missbraucht werden, die nie die Liebe der Eltern erfahren durften, an die kranken und leidenden, aber auch an die fröhlichen und gesunden Kinder.“ Der Papst weiter: „Europa ist arm an Kindern geworden: Wir brauchen alles für uns selber, und wir trauen wohl der Zukunft nicht recht.“

Der Pontifex betonte in seiner Predigt vor der Basilika von Mariazell auch, „dass Christentum mehr und etwas anderes ist als ein Moralsystem, als eine Serie von Forderungen und von Gesetzen“. Das Christentum sei „das Geschenk einer Freundschaft“, nämlich mit Jesus Christus. Darum trage das Christentum auch eine „große moralische Kraft“ in sich, „derer wir angesichts der Herausforderungen unserer Zeit so sehr bedürfen“.

Der Papst rief dazu auf, mit Christus und der Kirche die „Zehn Gebote“ neu zu lesen: Diese Geboten seien ein „Ja zu Gott“, ein „Ja zur Familie, ein Ja zum Leben, ein Ja zu verantwortungsbewusster Liebe, ein Ja zur Solidarität, sozialen Verantwortung und Gerechtigkeit, ein Ja zur Wahrheit und ein Ja zur Achtung anderer Menschen und dessen, was ihnen gehört“. Dieses „vielseitige Ja“ sei „Wegweisung in unsere Welt hinein“, so Benedikt XVI.

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