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Bemerkenswerte Allianz gegen die PKK

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Die Türkei setzt in ihrem Kampf gegen die Kurdenrebellen von der PKK neben militärischen Mitteln immer häufiger auch die Instrumente der internationalen Diplomatie ein - und zwar mit wachsendem Erfolg: In der Region deutet sich die Bildung eines bemerkenswerten internationalen Bündnisses gegen die PKK an.
Türkische Armee tötet elf PKK-Kämpfer im Nordirak

Die Türkei kann bei ihrem Vorgehen gegen die Rebellen nicht nur auf amerikanische Hilfe zählen, sondern seit neuestem auch auf Unterstützung durch den amerikanischen Erzfeind Iran.

Zudem hat Ankara damit begonnen, ihre lange Zeit gespannten Beziehungen zu den nordirakischen Kurden zu verbessern. Für die PKK wird es eng.

Mit Luftangriffen und Artillerie-Bombardements nahm die türkische Armee auch am Pfingstwochenende wieder Positionen der PKK im benachbarten Nordirak unter Beschuss. Am 1. Mai will die Armee bei einem Luftangriff auf das Hauptquartier der PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) in den nordirakischen Kandil-Bergen rund 150 PKK-Kämpfer getötet haben. Die PKK bestreitet das und spricht ihrerseits von hohen türkischen Verlusten bei einem Angriff der Rebellen auf einen Armeeposten in der Südosttürkei in der vergangenen Woche.

Während die Gefechte eskalieren, bemüht sich Ankara um außenpolitische Bündnispartner. Dabei haben die türkischen Diplomaten das Kunststück fertiggebracht, die miteinander verfeindeten Amerikaner und Iraner indirekt in eine informelle Allianz gegen die PKK zu bringen.

Schon im vergangenen Herbst erhielten die Türken grünes Licht der USA für begrenzte Militäraktionen gegen die PKK auf irakischem Gebiet. Seit Dezember fliegt die türkische Luftwaffe immer wieder Angriffe auf Stützpunkte der Rebellen im Nachbarland und kann dabei auf amerikanische Geheimdienstinformationen wie Aufnahmen von US-Spionageflugzeugen zurückgreifen.

Seit neuestem hat das NATO-Mitglied Türkei nun offenbar auch Zugang zu iranischen Geheimdienstdaten. Kürzlich vereinbarten Ankara und Teheran einen Austausch von Geheimdienstinformationen, um die PKK und deren iranische Untergruppe PJAK besser bekämpfen zu können. Im Rahmen dieser neuen Zusammenarbeit sei die türkische Armee vor einigen Tagen über die Flucht des hochrangigen PKK-Funktionäres Cemil Bayik aus dem Irak in den Iran informiert worden, meldete die Zeitung “Radikal”. Der türkische Generalstab erklärte in der vergangenen Woche, Bayik habe sich in ein “Nachbarland” abgesetzt; viele Leibwächter des PKK-Mannes seien bei Gefechten mit den Sicherheitskräften dieses Landes getötet worden.

Die Details und die Bandbreite der türkisch-iranischen Kooperation sind nicht bekannt. Fest steht aber, dass die Iraner in jüngster Zeit mit neuem Engagement gegen PKK und PJAK vorgehen. Anfang Mai soll ein führendes PJAK-Mitglied im Iran gefasst worden sein. Auch am Wochenende gab es nach Angaben der nordirakischen Behörden heftige Gefechte zwischen den Kurdenrebellen und den Iranern.

Auch der Nordirak selbst wird für die PKK zu einem gefährlichen Pflaster, und zwar nicht nur wegen der häufigen türkischen Luftangriffe. Nach jahrelanger Funkstille nahm die Türkei Anfang Mai offizielle Kontakte zu den kurdischen Autonomiebehörden im Nordirak auf, um das Vorgehen gegen die PKK zu erleichtern.

Lange Zeit mied Ankara solche direkten Gespräche mit der Selbstverwaltung der nordirakischen Kurden, weil die Türkei die Autonomiezone der Kurden im Nachbarland als Keimzelle eines unabhängigen Kurdenstaates betrachtete. Doch auf Druck der USA und der Irak-Experten im türkischen Außenamt habe sich Ankara jetzt zur Aufnahme von Gesprächen entschlossen, sagt der türkische Kolumnist Semih Idiz. Zugleich hätten die nordirakischen Kurden erkannt, dass sie ohne gute Beziehungen zum großen Nachbarn Türkei isoliert seien: “Auf beiden Seiten dämmert der Realismus”, sagt Idiz.

Wie belastbar die neuen Verbindungen zwischen der Türkei und den nordirakischen Kurden sind, steht noch nicht fest. Sollte der PKK ein spektakulärer Anschlag in der Türkei gelingen, könnte in Ankara das alte Misstrauen gegenüber den lange als PKK-Unterstützer verdächtigten Kurden im Nordirak wieder erwachen. Doch zumindest derzeit hat die Türkei in ihrem Kampf gegen die PKK wichtige Trümpfe in der Hand: Alle entscheidenden Akteure der Region stehen grundsätzlich an der Seite Ankaras.

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