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Belgische Pharmafirma UCB streicht weltweit 2.000 Stellen

Die belgische Pharmafirma UCB spürt die Folgen der scharfen Konkurrenz durch billigere Nachahmerarzneien und will weltweit 2.000 Stellen streichen.

“Zeiten mit Patent-Ausfällen sind schwierig”, erklärte Konzernchef Roch Doliveux am Donnerstag. “Unsere Priorität wird sein, nach Lösungen zu suchen, die zu einer neuen Zukunft führen.” UCB wolle mit dem umfassenden Sparprogramm die Organisation straffen, Ressourcen neu verteilen und sich stärker auf Kernbereiche ausrichten, teilte das Unternehmen in Brüssel mit.

Wie stark auch die Beschäftigten der deutschen Tochter Schwarz Pharma von den Streichungen betroffen sein werden, soll noch an diesem Donnerstag bekanntgegeben werden. Zuvor würden die Mitarbeiter der Monheimer Gesellschaft über die Pläne informiert, sagte eine Schwarz-Pharma-Sprecherin.

UCB hat derzeit weltweit etwa 12.000 Beschäftigte in rund 40 Ländern. Durch das Sparprogramm würden somit 17 Prozent aller Stellen wegfallen. Die Pläne beinhalten den Abbau von 2.400 Arbeitsplätzen. Andererseits sollen 400 Positionen neu geschaffen werden. Zudem sollen 300 Stellen auf Kernstandorte verschoben werden. UCB hatte das Maßnahmenpaket Anfang August angekündigt. Mit dem Programm sollen innerhalb von drei Jahren etwa 300 Mio. Euro für verstärkte Investitionen ins Kerngeschäft und in die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit gewonnen werden.

Die Umbaumaßnahmen sollen UCB zu einem Biopharmazie-Unternehmen machen, das auf die Krankheitsgebiete Zentrales Nervensystem und Immunologie ausgerichtet ist. Bei UCB drückt gegenwärtig der Patentablauf in den USA beim Allergie-Mittel Zyrtec auf Umsatz und Gewinn. Zudem hatte der Konzern im März das Parkinsonpflaster Neupro, das von Schwarz Pharma entwickelt worden war, in den USA vom Markt genommen. Auch das wird UCB zufolge dieses Jahr die Ergebnisse schmälern.

Wegen der Ankündigung der Details zu dem Sparprogramm wurde am Donnerstagvormittag der Handel mit der UCB-Aktie ausgesetzt.

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