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Belgien: Dutroux-Prozess

Einen Tag vor den letzten Erklärungen der Angeklagten im Dutroux-Prozess haben Opferanwälte die Geschworenen noch ein Mal zu umfassenden Schuldsprüchen aufgefordert.

Die Vertreter der zuletzt entführten Laetitia Delhez erklärten am Dienstag, die kontroversen Theorien vom Einzeltäter und vom Netzwerk widersprächen sich nicht. Der bereits vorbestrafte Kinderschänder Marc Dutroux habe sich an den entführten Mädchen selbst vergreifen, aber mit ihnen auch Geld verdienen wollen.

Dutroux soll sich an diesem Mittwoch noch einmal zu der Anklage und der Beweisaufnahme äußern. Ihm wird vorgeworfen, in den Jahren 1995 und 1996 sechs Mädchen entführt zu haben, von denen vier qualvoll starben. Außerdem wird ihm die Ermordung eines Komplizen zur Last gelegt. Mit ihm angeklagt sind seine Ex-Frau Michelle Martin, der mutmaßliche Komplize Michel Lelievre und der dubiose Ex-Geschäftsmann Michel Nihoul, der als einziger nicht in Untersuchungshaft sitzt.

Für den Anwalt Georges-Henri Beauthier, der die damals entführte Laetitia als Nebenklägerin vertritt, steht fest, dass diese vier eine kriminelle Bande bildeten. „Es muss nicht immer ein Clan aus Sizilien sein, hier sind es diese Kasper aus Marcinelle“, sagte er in Anspielung auf den Ort, an dem die entführten Kinder gefangen gehalten und gequält wurden. Sein Kollege Jan Fermon legte besonderen Wert auf die Zeugenaussagen, die eine Verwicklung des ehemaligen Fischhändlers Nihoul in die Entführung von Laetitia nahe legen. Dieser hatte intensive Kontakte zu Dutroux, streitet aber jede Beteiligung an den Verbrechen ab.

Mit der letzten Stellungnahme der Angeklagten geht der vor 100 Tagen am 1. März eröffnete Prozess voraussichtlich seinem Ende entgegen. Die zwölf Geschworenen sollen von Montag an über ihr Urteil beraten, das dann noch in der kommenden Woche erwartet wird. Am Dienstag versuchte ein Privatmann, noch als Nebenkläger zu dem Prozess zugelassen zu werden, was zu einer erheblichen Verzögerung führen würde. Ein Gerichtssprecher sagte aber, dass es dazu nicht kommen werde. Der Mann hat vielfach versucht, sich als Unbeteiligter in Gerichtsprozesse zu drängen.

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