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Bekannt dafür, berühmt zu sein

Sie ist eine der meistfotografierten Frauen der Welt. Kaum ein Name wird im Internet so häufig gesucht wie der ihre. Für den Besuch einer Party kassiert sie 300.000 Dollar (250.585 Euro).

Kein Zweifel: Wenn Paris Hilton am Freitag (17. Februar) ihren 25. Geburtstag feiert, kann sie auf einen beispiellosen Aufstieg zurückblicken.

Die Frage, wer oder was Paris Hilton eigentlich ist, muss allerdings noch beantwortet werden. Die Medien bezeichnen sie abwechselnd als „Party- Girl“ und „Hotel-Erbin“. Doch im Grunde ist Paris Hilton einfach nur bekannt dafür, berühmt zu sein.

Begründet wurde ihr Ruhm nicht zuletzt auch durch ein Sexvideo, das ihr Ex-Freund Rick Salomon ins Internet stellte. Paris Hilton protestierte dagegen lautstark auf allen Kanälen und machte so kräftig Reklame für den Mitschnitt. Leute, die ihn gesehen haben, sagen übereinstimmend, der interessanteste Moment sei, wenn Paris die Darbietung abrupt unterbreche, um ihr klingelndes Handy zu beantworten. „Seltsamerweise war das für sie, was für einen Filmschauspieler die erste große Erfolgsrolle ist“, erläutert Robert Thompson, Professor für Volkskultur an der Universität Syracuse. „Alles, was sie danach getan hat, gründet auf dem Sexvideo.“

Als Folge ihrer gesteigerten Prominenz bekam sie eine Reality-Show mit dem Titel „The Simple Life“ (Das einfache Leben). Darin stieg die Vertreterin des amerikanischen Geldadels in die Niederungen der Arbeiterklasse herab. Als 2003 zur besten Sendezeit ein Exklusivinterview mit Präsident George W. Bush zum Irakkrieg ausgestrahlt wurde, erzielte Paris auf einem anderen Kanal eine deutlich höhere Einschaltquote.

„Paris ist nicht gerade das hellste Mädchen, aber dafür sehr erfolgreich“, sagt die Hollywood-Agentin Nadine Johnson. In der Frage, wie intelligent Amerikas führende Hotel-Erbin ist, sind die „Paris-Watchers“ dieser Welt seit langem gespalten. Es gibt zwei Denkschulen: Nach der einen ist ihre zur Schau gestellte Naivität in Wahrheit die raffinierte Marketingstrategie eines „Faszinosums“ (Thomas Gottschalk). Nach der anderen ist Paris nicht mehr als ein „Fleisch gewordener Klingelton“, wie es der Medienprofessor Jo Groebel formuliert. Ihr Erfolg ist demnach ein Hinweis auf die fortgeschrittene Infantilisierung einer Gesellschaft, in der Erwachsene nichts dabei finden, ohne Begleitung Minderjähriger ein Britney-Spears-Konzert zu besuchen.

Anhänger der zweiten Richtung verweisen auf einige eidesstattliche Erklärungen Hiltons. Vor einem Gericht in Los Angeles antwortete die Weitgereiste jüngst auf die Frage, ob ein bestimmter Zeitungsartikel in Großbritannien erschienen sei: „Nein, in London.“ Ihr Gedächtnis lasse sie öfters im Stich, gab sie zu: „Ich behalte noch nicht mal die Namen von einigen meiner Freunde.“

Gleichzeitig versichert sie aber: „Ich bin schlauer als die meisten.“ Schließlich habe sie aus eigener Kraft ein „Marken-Imperium“ aufgebaut, ein florierendes Wirtschaftsunternehmen rund um ihr Image als „amerikanische Prinzessin“. Beleidigungen steckt sie weg. „Sie hat ein sehr dickes Fell“, sagt der Klatschexperte der „New York Post“, Richard Johnson. Ihr Motto lautet: „Hauptsache Schlagzeilen – egal welche.“ In ihren Memoiren gibt sie potenziellen Nachfolgerinnen den Ratschlag, nie vor 10.00 Uhr aufzustehen: „Normale Arbeitszeiten sind etwas für normale Leute. Und Normalsein ist das Letzte, was ihr wollt.“

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