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Beirut: Elf Verletzte bei Bombenanschlag

Bei einem Bombenanschlag in Beirut sind in der Nacht auf Samstag mindestens elf Menschen verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, detonierte eine Autobombe vor einem mehrstöckigen Gebäude.

Die Fassade des Gebäudes wurde zerstört, in der Umgebung gingen Fensterscheiben zu Bruch, geparkte Autos wurden beschädigt. Auch etwa 20 Autos wurden zerstört worden. Über die Hintergründe des Anschlags herrscht bisher Unklarheit.

Augenzeugen zufolge wollte das Auto vor einer Bingo-Halle im überwiegend von Christen bewohnten Viertel Neu-Jeideh anhalten, wurde aber von Wachleuten zum Weiterfahren aufgefordert. Der Fahrer habe den Wagen dann in der Nähe abgestellt. Wenige Minuten später explodierte das Auto.

Die betroffene Gegend der libanesischen Hauptstadt wird vor allem von Christen bewohnt. Die Polizei riegelte den Tatort ab. Zunächst war von zwei Explosionen die Rede gewesen. Bisher bekannte sich niemand zu dem Anschlag, der sich kurz nach Mitternacht (Ortszeit) ereignete.

Seit dem Ende des Bürgerkriegs 1990 kam es im Libanon kaum mehr zu Bombenanschlägen. Im Oktober wurde ein Abgeordneter der Opposition, der frühere Wirtschaftsminister Marwan Hamade, bei einer Autobombenexplosion in Beirut schwer verletzt, sein Fahrer wurde getötet.

Am 14. Februar wurde der frühere libanesische Ministerpräsident Rafik Hariri bei einem Bombenanschlag mit 17 weiteren Menschen getötet. Nach wachsendem internationalen Druck und Protesten der libanesischen Opposition begann Syrien am 8. März mit dem Rückzug seiner Streitkräfte und des Geheimdienstes aus dem Libanon. Die Opposition wirft der pro-syrischen Regierung des bisherigen und designierten Ministerpräsidenten Omar Karame sowie syrischen Geheimdienstagenten vor, in den Anschlag verwickelt zu sein.

Präsident Lahoud ruft Opposition zum Dialog auf

Wenige Stunden nach einem Bombenanschlag nahe Beirut hat der libanesische Präsident Emile Lahoud die anti-syrische Opposition des Landes zum Dialog aufgerufen. Der pro-syrische Staatschef erklärte am Samstag in Beirut, es gehe darum, „den Libanon zu retten“. Bei dem Bombenanschlag in einem nördlichen Vorort von Beirut waren in der Nacht auf Samstag elf Menschen verletzt worden. Es war der erste Anschlag seit dem tödlichen Attentat auf den früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri am 14. Februar.

Seit dem Attentat auf Hariri befindet sich der Libanon in einer schweren politischen Krise. Die Opposition beschuldigt das Nachbarland Syrien, hinter dem Anschlag zu stehen. Damaskus bestreitet dies, geriet nach dem Mordanschlag international und im Libanon jedoch unter starken Druck, seine Truppen und Geheimdienstmitarbeiter abzuziehen.

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