Bei UniCredit beginnt Ära Mustier

Jean-Pierre Mustier ist neuer UniCredit-Boss
Jean-Pierre Mustier ist neuer UniCredit-Boss
Bei der Bank Austria-Mutter UniCredit beginnt eine neue Ära. Seit dem heutigen Dienstag ist der neue Vorstandschef Jean-Pierre Mustier im Sattel. Er ersetzt den seit 2010 amtierenden CEO Federico Ghizzoni, der dem Board am Montag seinen Rücktritt eingereicht hatte. Das Board kündigte eine "tiefgreifende Revision der Gruppenstrategie" an.


Mustier wird sich mit der heiklen Frage einer Stärkung der Kapitaldecke befassen, um den Sorgen der Investoren um die Profitabilität der Bank und ihrer faulen Kredite entgegenzuwirken. Der Franzose könnte bald eine Kapitalerhöhung in Milliardenhöhe beschließen. Die Stiftung Cariverona, stärkster italienischer Aktionär der Bank, hat sich zur Unterstützung der Kapitalaufstockung bereit erklärt. Zugleich will sich der Franzose mit der Optimierung der Kapitalstruktur und mit weiteren Kostenkürzungen befassen.

“Die Änderung unserer Gruppenstrategie wird breit angelegt sein. Wir werden einen diversifizierten Umgang aufgrund der verschiedenen Assets beschließen. Unser Ziel ist die bestmögliche Performance im Interesse aller Stakeholders UniCredits”, berichtete der französische Investmentbanker.

Prioritäres Ziel sei der Kundendienst, der man ein Netzwerk ohne gleichen in West- sowie Mittel-und Osteuropa anbieten könne. Der italienische Markt werde eine Hauptrolle spielen. “UniCcedit ist tief in Italien verwurzelt, in einem Land, das für die Aktivitäten der Bankengruppe von wesentlicher Bedeutung ist”. Zugleich versicherte Mustier, dass die Münchener HypoVereinsbank (HVB), sowie die CEE-Division, die noch bei der Bank Austria ist aber nach Mailand übersiedeln soll, “ihre Entwicklung fortsetzen” würden. Ziel sei dank Synergien eine stärkere Effizienz aller Bereiche.

Zudem reduziert die Bank die Beteiligung an dem Online-Broker Fineco. Ein Anteil von zehn Prozent an Fineco werde in einer beschleunigten Platzierung veräußert, teilte Unicredit mit. Unicredit besitzt derzeit 65 Prozent an Fineco. Die Bank, die stärker auf Digitalisierung setzen will, könnte sich laut italienischer Medienberichte bald auch von mehreren Beteiligungen trennen. Der neue Chef könnte Anteile am Online-Wertpapierhändler Fineco-Bank sowie am türkischen Institut Yapi Kredi und der polnischen Bank Pekao opfern. Vor allem der Verkauf des polnischen Geldhauses ist jedoch alles andere als einfach.

UniCredits Verwaltungsratspräsident Giuseppe Vita zeigte sich überzeugt, dass mit Mustier eine neue positive Phase für die Bank beginnen werde. “Bei der Suche von Ghizzonis Nachfolger haben wir sofort begriffen, dass er der ideale Kandidat ist, denn er hat alle Eigenschaften, die wir suchen. Er kennt UniCredit und ist zugleich ein Banker internationalen Profils”, so Vita.

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