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"Bei anzüglichen Anfragen vergeht sogar mir das Lachen"

WANN & WO traf „Mountain Girl“ Linda Meixner in ihrem geliebten Montafon. Im Sonntags-Talk gewährt die sympathische Gargellnerin private Einblicke.
WANN & WO traf „Mountain Girl“ Linda Meixner in ihrem geliebten Montafon. Im Sonntags-Talk gewährt die sympathische Gargellnerin private Einblicke. ©Sams
Gargellen - Ihre Postings erreichen fast eine Million Menschen pro Woche. Mit W&W sprach Influencerin Linda Meixner in Gargellen auch über Schattenseiten ihres Alltags.

WANN & WO: Wieso treffen wir uns hier auf dem Schafberg?

Linda Meixner: Hier bin ich zuhause, meine Wurzeln liegen im Vergaldener Tal. Vor rund einem Jahr haben wir hier am Gandasee auch mein Label Muntavu mitt einem Pop-Up-Store mitten in den Bergen gelauncht.

WANN & WO: Stichwort Wurzeln: Hattest du eine schöne Kindheit?

Linda Meixner: Mein Vater stammt ja aus Deutschland, einen Teil meines Lebens habe ich auch dort verbracht. Meine Mutter kommt aus dem Montafon, und die heimischen Gene haben sich gegenüber den deutschen relativ schnell durchgesetzt (schmunzelt). Wir haben jede freie Minute im Montafon verbracht und hatten eine wundervolle Kindheit inmitten in der Natur – Alpenflair und Jagdausflüge inklusive.

WANN & WO: Im Zuge deiner Ausbilung bist du ja in die weite Welt ausgezogen. Wie hat sich dein Blick auf die Heimat verändert?

Linda Meixner: Geprägt hat mich ein mehrmonatiges Praktikum bei der weltweit renommierten Designfirma Karlssonwilker, Inc. – als Montafoner „Meiggi“ mitten in Manhattan. Der Gegensatz zu meinem geliebten Vergalden hätte nicht größer sein können. Wenn man aus einem Dorf kommt, in dem während der Nebensaison mehr Kühe als Menschen leben, wird man von einer Stadt wie New York einfach „verschluckt“. Anfangs hat mir die Lautstärke zugesetzt, mit der Zeit habe ich New York aber schätzen und lieben gelernt. Mit der Geschwindigkeit habe ich mich aber nie angefreundet. Umso mehr fand ich Gefallen an der Vielfalt, dem kulturellen und kreativen Angebot und der Anonymität, die so eine Metropole mit sich bringt. Richtig gefehlt hat mir aber unser Quellwasser.

WANN & WO: Als Influencerin bereist du inzwischen wieder die Welt. Was waren deine Highlights, was sind deine Traum-Reiseziele?

Linda Meixner: Als Winterfan zieht es mich eher in kältere Gefilde. Powdern in Japan oder Kanada wäre der Hammer. Besonders beeindruckt hat mich Skandinavien, besonders Lofoten in Norwegen. Das Adidas Headquarter war ebenfalls sehr imposant. Island steht definitiv auch noch auf meinem Reiseplan.

WANN & WO: Wie bist du in deinen Beruf hineingewachsen, wie planbar ist deine Tätigkeit?

Linda Meixner: Schon während des Studiums hat mich Fotografie, auch analog fasziniert. Natur, die Berge und das Skifahren lagen mir ebenfalls immer schon am Herzen. Irgendwann habe ich begonnen,meine Leidenschaft auf Instagram zu teilen. Irgendwo traf ich einen Nerv, denn manche Bilder von mir gingen viral und erzielten plötzlich ohne mein Zutun eine riesige Reichweite. Auch die Zahl meiner Follower wuchs innerhalb eines Jahres auf über 60.000. Im vergangenen Winter habe ich dann realisiert, dass dies jetzt zu einem echten Job geworden war und ich mein Geld damit verdiene.

WANN & WO: Inwieweit haben sich deine Postings verändert, seitdem du Marken wie Adidas, Kästle oder Holmenkol präsentierst?

Linda Meixner: An sich wollen meine Partner genau jene Authentizität, die ich verkörpere. Natürlich hat man gewisse Vorgaben, aber meine Freiheit lasse ich mir nicht nehmen. Inzwischen muss ich eher aufpassen, dass ich nicht meinen Fokus verliere. Ich ertappe mich oft dabei, dass ich am Berg nur noch auf der Suche nach dem perfekten Bild bin. Inzwischen habe ich angefangen, wenn ich Zeit für mich in der Natur brauche, das Handy zuhause zu lassen.

WANN & WO: Was ist das Erfolgsgeheimnis hinter deinen Bildern?

Linda Meixner: Ich glaube, dass mein Lächeln gut ankommt. Lachen spiegelt Ehrlichkeit wider. Es gibt nichts Schlimmeres, als aufgesetztes und falsches Lachen. Und ich lache wirklich oft und sehr laut. Mit meinem Social Media-Auftritt möchte ich die Menschen an meiner Leidenschaft für die Berge teilhaben lassen. Ich will meine Follower inspirieren, Zeit in der Natur zu verbringen und selber hinaus zu gehen. Gleichzeitig möchte ich einen respektvollen Umgang mit unserer Umwelt vermitteln. Das wird auch ein großes Thema in einem meiner nächsten Projekte. Wenn ich sehe, wieviel Müll unsere Gesellschaft in den Bergen zurücklässt, wird mir schlecht. Ich würde auch niemals Zigarettenmarken repräsentieren.

WANN & WO: Was bringt dich zur Weißglut?

Linda Meixner: Shitstorms, Hetze, Cyber-Mobbing und persönliche untergriffige Attacken auf Menschen, gerade im Online-Bereich. Dem gehört definitiv ein Riegel vorgeschoben. Umso mehr sind die Menschen in der Pflicht. Es klingt zwar altmodisch, aber Eigenschaften wie Wissen um seine Herkunft und Erziehung können hier ein gutes Gegengewicht darstellen, die Flut an Informationen kritisch zu hinterfragen. Ich weiß, woher ich komme und wer ich bin.

WANN & WO: Wie wichtig werden Videos?

Linda Meixner: Sehr. Aber nichts Gekünsteltes, sondern ehrlicher und unverfälschter Content. Natürlichkeit ist der größte Trumpf.

WANN & WO: Was war dein erfolgreichstes Posting?

Linda Meixner: Der erste Tag im Schnee, nach einer Operation. Das Foto entstand in der Silvretta, hinter der Kamera und nicht auf dem Bild zu sehen standen noch meine Krücken. Auf dem Bild muss ich so dermaßen glücklich und zufrieden wirken, dass das Bild insgesamt 238.000 Impressions erzielte.

WANN & WO: Wie hat dein Umfeld auf deinen gestiegenen Bekanntheitsgrad reagiert?

Linda Meixner: Ehrlichkeit und Bodenständigkeit halte ich für sehr wichtige Eigenschaften. Umso schlimmer finde ich es, wenn Leute dann hinter dem Rücken anfangen zu tuscheln. So geht es mir mittlerweile manchmal bei öffentlichen Veranstaltungen. Das verletzt mich ein wenig. Mir wäre es lieber, wenn die Leute einfach auf mich zukommen und mich fragen, was sie wissen wollen. „I biß net.“

WANN & WO: Wie viele unmoralische Angebote bekommst du über deine Kommunikationskanäle?

Linda Meixner: Zu viele, das ist manchmal schon beängstigen. Bei anzüglichen Anfragen vergeht sogar mir das Lachen. Und da war schon alles dabei. Von Penis-Fotos via E-Mail bis hin zu Personen, die dann ankündigen, mich und meine Schwester Anni in Gargellen zu besuchen. Das zählt definitiv zu den Schattenseiten unseres Berufs. Größtenteils ist es aber positiv, dazu zählen auch mehr oder weniger ernst gemeinte Heiratsanträge.

WANN & WO: Du bist aktuell Single. Welche Eigenschaften müsste dein Traummann mitbringen? Mit wem würdest du gerne im Tal eingeschneit werden?

Linda Meixner: Eine sehr private Frage (lacht). Ich glaube, den Traummann gibt es nicht. Gemeinsame Interessen spielen natürlich eine große Rolle. Ich mag aber auch keine Kategorien und Vorgaben. Ehrlichkeit, Treue, Humor und natürlich die Liebe zum Schnee. Sonst wird’s mit dem Einschneien schwierig.

WANN & WO: Mit was kann man Linda Meixner verführen?

Linda Meixner: Mit einem Roadtrip in einem Camping-Van quer durch Kanada.

WANN & WO: Welche Projekte stehen bei dir aktuell an?

Linda Meixner: Viel Arbeit mit Adidas Terrex, ein neuer Film, der größtenteils in Gargellen von Michael Groß, Noart Film, gedreht wurde, erscheint noch in diesem Monat. Im Winter darf ich heuer den Alpinen Ski Weltcup auf mehreren Stationen begleiten und z.B. dem Service-Team von Holmenkol über die Schulter blicken. Und nicht zu vergessen das große Jubiläum der Bergrettung Gargellen. Wir sind mit 90 Jahren die älteste in ganz Vorarlberg.

WANN & WO: Wo stehst du in zehn Jahren, ist bei dir Familie geplant?

 Linda Meixner: Es kommt, wie es kommt (schmunzelt). Familie ist nicht wirklich planbar. Im Moment gefällt mir mein Leben ganz gut, so wie es ist.

WORDRAP

Gargellen: Hon i gära.
Natur: Bruch i.
Liebe: Im Herza.
Influencer: Isch momentan min Job.
Digital Detox: Sött jeder amol maha.
Massentourismus: Isch of jeda Fall zom hinterfroga.
Lieblingsjahreszeit: Hauptsach dossa.
Sex: Nur net hudla.

Zur Person

Linda Meixner
Alter, Wohnort: Gargellen (Vergalden), 28
Ausbildung Beruf: Bachelor Kommunikationsdesign, zwei Jahre bei Kästle (Marketing), Labelgründung Muntavu, Influencerin
Follower auf Instagram (lindameixner): 60.700
Motto, Zitat: „Lacha, zfreda si, blödla und ned hudla“

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