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BayernLB streicht 5.600 Stellen

Die schwer angeschlagene Hypo-Alpe-Adria-Mutter BayernLB will Bankenkreisen zufolge konzernweit mehr als jede vierte Stelle streichen. Chronologie | Video 

Die schwer angeschlagene bayerische Landesbank streicht 5.600 ihrer insgesamt 19.200 Stellen. Zudem werden die internationalen Aktivitäten deutlich reduziert, wie die zweitgrößte deutsche Landesbank am Montag mitteilte. Der Verwaltungsaufwand soll in den kommenden fünf Jahren um 670 Mio. Euro reduziert werden. Die BayernLB werde sich komplett aus Asien zurückziehen, der Stützpunkt Mailand werde aufgegeben, die Stützpunkte New York und London sollen deutlich verkleinert werden. Die Kärntner Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) soll restrukturiert werden, das gilt auch für die Töchter LBLux, LB(Swiss) und SaarLB.

 

“Insbesondere die HGAA wird einem Restrukturierungsprogramm unterzogen, um eine wettbewerbsfähige Kosten- und Ertragsstruktur zu erreichen”, teilte die BayernLB am Montag in ihren schriftlichen Unterlagen zum Pressegespräch mit. In Osteuropa habe die BayernLB auch über die Kärntner Hypo “Zugang zu den Wachstumsmärkten der nahen Zukunft”. Diese hätten für die Kunden der BayernLB und der Sparkassen eine wichtige Bedeutung. “Auch dort werden die Aktivitäten auf das Kundengeschäft konzentriert und auf Wert- und Nachhaltigkeit überprüft”, erklärte die BayernLB weiter.

Allein am Hauptsitz in München und in den Niederlassungen der Kernbank sollen mindestens 1.000 Jobs gestrichen werden, so die BayernLB. Die bayerische Landesregierung, die wegen der dramatisch zugespitzten Krise die Mehrheit an der BayernLB übernimmt, hatte am Wochenende bereits einen harten Sanierungskurs angekündigt.

Die Gewerkschaft Ver.di kritisierte den geplanten Stellenabbau scharf und forderte ein Rettungspaket für die Beschäftigten. “Wir sehen unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt”, erklärte Josef Falbisoner, Landesbezirksleiter von Ver.di Bayern. “Politik und Management haben bei der Landesbank ein beispielloses Debakel angerichtet, aber die einzigen, die jetzt die Konsequenzen zu spüren bekommen, sind die Beschäftigten.” Falbisoner erklärte, schon vor Wochen habe Ver.di ein Rettungspaket für die Beschäftigten gefordert, um zu verhindern, dass die Krise auf dem Rücken der Arbeitnehmern ausgetragen werde.

Insgesamt ist das Rettungspaket für die BayernLB 30 Mrd. Euro schwer. Wegen neuer Finanzmarktverluste und steigender Kreditrisiken braucht die BayernLB bis März 10 Mrd. Euro frisches Kapital. Diese Summe will der Freistaat allein aufbringen, also ohne Bundeshilfe, erklärte Finanzminiser Georg Fahrenschon (CSU) am Montag. Mit weiteren 20 Mrd. sollen Bund und Land für Interbanken-Kredite und den Ausfall fauler ABS-Wertpapiere geradestehen. Die Sparkassen, bisher noch zur Hälfte Miteigentümer der Landesbank, beteiligen sich nicht an der Rettungsaktion und überlassen dem Freistaat die Mehrheit.

 

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