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Bayern versank im Schnee

Der Süden Deutschlands versinkt im Schnee - 48 Stunden weißes Chaos: Straßen wurden gesperrt, Züge gestoppt und Flüge annulliert.

In Bayern und Baden-Württemberg mussten am Wochenende tausende von Menschen stundenlang Schnee schaufeln, Dächer räumen oder in kilometerlangen Staus ausharren. Auch auf Flughäfen strandeten Reisende. Unter der Schneelast zusammengebrochene Bäume blockierten Bahnstrecken.

Nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums wurden zwischen Freitag und Sonntag früh allein in diesem Bundesland bei 634 Unfällen vier Menschen getötet und 104 verletzt. Eine 76-jährige Frau wurde in Schwäbisch Hall beim Schneeräumen überfahren und starb. Die Münchner Feuerwehr rückte bis zum Sonntagmittag mindestens 750 Mal aus. Viele Straßen in der Stadt waren ebenso wie in Schwaben von Bäumen blockiert, die unter der Schneelast zusammengebrochen waren. Nicht nur in Bayern und Baden-Württemberg, auch in Hessen und Rheinland-Pfalz hatte es am Samstag mehrere hundert Mal gekracht. In den Alpen wurde vor Lawinen gewarnt.

Bayern, das den kältesten und schneereichsten Winter seit zwei Jahrzehnten erlebte, kämpfte gegen Schneemassen, die für Anfang März Rekorde aufstellte. In Kempten im Allgäu lagen knapp 90 Zentimeter Schnee, in Münchens Innenstadt 50 Zentimeter. Viele Dächer mussten in Bayern und Baden-Württemberg von der Schneelast befreit werden. An der Schwäbischen Alb stürzte das Dach einer leer stehenden Fabrikhalle ein. In Augsburg wurde auch das 17.000 Quadratmeter große Dach der Schwabenhalle vorsorglich vom Schnee geräumt.

In Bayerns Hauptstadt und in Augsburg stoppten die Schneemassen den Nahverkehr. Bis zum Sonntagmorgen konnten in München S-Bahnen, Straßenbahnen und Busse nicht mehr fahren. Eine Straßenbahn sprang aus den Schienen. 83 Ampeln fielen vorübergehend aus. Nur die U-Bahnen verkehrten planmäßig. Erstmals in seiner knapp 100-jährigen Geschichte blieb der Münchner Tierpark Hellabrunn am Sonntag geschlossen, weil der Winterdienst es nicht mehr schaffte, die Gehwege zu räumen. Auch die Tiere durften nicht mehr ins Freie.

Auf dem größten deutschen Flughafen in Frankfurt/Main mussten von Freitag bis Samstag viele Flüge gestrichen werden. Für bis zu 20.000 Passagiere hieß das, umbuchen, im Hotel übernachten oder auf den Zug umsteigen. Auch am Sonntag fielen Flüge aus, weil Flughäfen wie München oder Basel gegen den Schnee zu kämpfen hatten. Zudem behinderte Nebel den Anflug auf Frankfurt. Der EuroAirport Basel-Mülhausen-Freiburg war am Sonntagvormittag komplett geschlossen. Am Flughafen München fielen zahlreiche Flüge aus oder starteten mit großer Verspätung. Ein Airbus A 310 der russischen Siberia Airlines war am Samstag von der Startbahn gerutscht. Verletzt wurde niemand.

Betroffen waren von den Turbulenzen auch Flüge nach Wien. So fiel die Nachmittagsmaschine aus München aus, das selbe galt für die Abendmaschine aus Basel und den Flug nach Basel um 17.20 Uhr.

Auch die deutsche Bahn musste vom Wetter reden: In Baden-Württemberg übernachteten 80 Reisende in einem Zug und am Bahnhof von Singen. Sie waren nach Angaben der Bahn mit dem „Cisalpino“ von Stuttgart nach Mailand unterwegs, als der Schnee die Strecke ab Schaffhausen blockierte.

In den Alpen herrschte die zweithöchste Lawinenwarnstufe. Auf der Zugspitze wurde deshalb der Skibetrieb eingeschränkt. Im Allgäu hatte orkanartiger Wind den Schnee an den Hängen zu gefährlichen Blöcken zusammengedrückt, die sich von selbst zu lösen drohten.

In der Südschweiz wurden Straßen bereits wegen der Lawinengefahr gesperrt. Im gesamten Land gab es am Sonntag bei 40 Zentimeter Neuschnee zahlreiche Verkehrsunfälle. Eine Fahrerin starb, als sie mit ihrem Wagen gegen einen Baum prallte. Die Autobahn Richtung Basel wurde gesperrt, die Autos stauten sich auf 20 Kilometer Länge. Die Schweizerische Bundesbahn erwartete Verspätungen.

Schneechaos auch in Ostfrankreich: 2.500 Urlauber verbrachten die Nacht zum Sonntag in einem Festsaal von Bourg-Saint-Maurice und wurden am Sonntag mit Bussen zu ihren Reisezielen gebracht. Im Elsass und in der Region Franche-Comte waren etwa 10.000 Haushalte vorübergehend ohne Strom, weil Äste unter dem Gewicht des Schnees nachgegeben und Stromleitungen gekappt hatten.

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