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Baustopp beim Sulner Kindercampus

Bürgermeister Wutschitz mit Archäologin Knoche auf dem Gräberfeld aus dem Mittelalter
Bürgermeister Wutschitz mit Archäologin Knoche auf dem Gräberfeld aus dem Mittelalter ©Michael Mäser
Bei den Bauarbeiten zum neuen Kindercampus in Sulz entdeckten die Arbeiter einen historischen Friedhof aus dem späten Mittelalter.
Gräberfund in Sulz

Sulz Nach langen Verhandlungen gab es erst im Frühjahr grünes Licht für den neuen Kindercampus und so wurde Ende Juni mit den Bauarbeiten begonnen. Bei der Aushebung der Baugrube entdeckten die Bauarbeiter dann vermehrt menschliche Knochen.

Über 100 Individuen im Gräberfeld

„Wir waren alle sehr überrascht über diese Funde, da es dazu überhaupt keine Aufzeichnungen oder dergleichen gab“, so Bürgermeister Karl Wutschitz, der sofort einen Baustopp anordnete und das Bundesdenkmalamt von den Funden informierte. Schnell machte sich dann ein Grabungsteam aus dem Tirol ans Werk und hat bereits rund 50 Skelette „ausgegraben“. Die archäologische Leiterin Irene Knoche rechnet aber mit noch mehr: „Wir rechnen nach derzeitigem Stand mit 100 bis 150 Individuen – es können aber auch noch mehr werden, da der gefundene Friedhof sehr dicht belegt ist“, so die Ausgrabungsleiterin.

Friedhof aus dem 15. oder 16. Jahrhundert

„Die gefundenen Knochen werden nun einzeln freigeputzt, fotografiert, eingemessen, photogrammetrisch entzerrt und anschließend exhumiert und untersucht“ gibt Archäologin Knoche einen Einblick in die laufenden Arbeiten. Dass die Knochenreste nur rund 50 bis 60 Zentimeter unter der Erdoberfläche gefunden wurde, ist ein Hinweis dass der Friedhof im 15. oder 16. Jahrhundert genutzt wurde. Um dies genauer festzustellen wurde bereits ein Knochenteil nach Amerika geschickt, wo man nun die Lebenszeit auf rund 150 Jahre genau bestimmen kann. Warum das Gräberfeld aber soweit von der Kirche weg liegt, darüber gibt es nur Spekulationen: „Wahrscheinlich hat es früher eine ältere Kirche gegeben, die näher am Friedhof lag“, zeigt Bürgermeister Wutschitz eine Antwortmöglichkeit auf.

Bauverzögerung um rund neun Wochen

Knochen für Knochen werden vom Grabungsteam nun fein säuberlich ausgegraben und untersucht. Anschließend sollen die Knochenteile und Skelette in Sulz wieder bestattet werden: „Ich werde hier noch mit unserem Pfarrer sprechen, dass wir in weiterer Folge eine Grabstelle auf unserem Friedhof erstellen werden“, so Karl Wutschitz. Durch den Fund des Gräberfeldes werden sich auch die Bauarbeiten zum neuen Kindercampus um rund neun Wochen verzögern. „Erst wenn an dieser Stelle feinsäuberlich alle Ausgrabungen abgeschlossen sind, soll wie geplant das viergeschossige Gebäude für die Kinderbetreuung und einen Kindergarten entstehen“, erklärt Bürgermeister Wutschitz. Die Kosten für den neuen Kindercampus in Sulz werden dabei mit rund 3,6 Millionen Euro beziffert und in der Gemeinde Sulz hofft man trotz der Verzögerung auf einen Bezug im kommenden Jahr. MIMA

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