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Bauer sucht Game: "Harvest Moon: One World" im Game-Test

©Harvest Moon
Der neue Teil der kultigen Farming-Franchise öffnet erstmals eine Welt für GamerInnen und scheitert kläglich.

(Switch) Es hätte so schön sein können: „Harvest Moon“ will mit der neuen Episode „One World“ neue Wege gehen. Diesmal bekommt man nicht wie üblich eine abgewrackte Farm vererbt, die man sanieren muss. Stattdessen erkundet man mit einem mobilen Bauernhof die offene Welt. Klingt vielversprechend, allerdings bleiben die Welt, die Charaktere und letztlich auch das Gameplay weit hinter den Erwartungen zurück.

In der grafisch nicht wirklich schönen neuen Welt von „Harvest Moon“ sind der Segen der Erntegöttin und auch das Wissen um die Kniffe der Landwirtschaft verloren gegangen. Damit es in Zukunft nicht nur schrumpelige Kartoffeln zu essen gibt, muss man sechs Erntewichtel erwecken – und im Vorfeld freilich viel farmen. Denn im Grunde geht‘s wie immer nur um das Eine: Ein erfülltes Bauernleben. Oder wie die Produktbeschreibung sagt: „Versorge deine Nutztiere, hole die Ernte ein und verkaufe deine Waren, um dein kleines Fleckchen Erde in einen blühenden Bauernhof zu verwandeln.“ Für das Farming-Genre benötigen SpielerInnen generell eine Vorliebe für gemächliches und repetitives Gameplay. Die (Feld-)Arbeit hier fällt aber noch einen Tick simpler und monotoner aus als gewohnt/gewünscht. Mit einem (immer gleichen) Button darf und muss man alles erledigen: Hacken, säen, sammeln etc. Der Vorteil: Neulinge finden sich schnell zurecht.

Bei „One World“ wird der Fokus dafür stark in Richtung Erkundung geschoben. Sechs verschiedene Klimaregionen (bzw. Böden) gibt es zu entdecken, in jeder gedeihen bestimmte Pflanzen besser und schlechter bzw. mutieren in neuen Gattungen. Das motiviert, immer wieder den mobilen Bauernhof einzupacken und woanders Äcker anzulegen. Rausgehen lohnt sich ohnehin fast immer: Statt beispielsweise Samen teuer im Laden zu kaufen, kriegt man sie von Erntegeistern beim Spaziergang durch die Welt geschenkt. Experimentierfreude ist aber Pflicht, da das Game gerne mal mit zielführenden Erklärungen zum Weiterkommen geizt. Als Schnellreiseoption gibt‘s neuerdings auch eine praktische Option zum Teleportieren. Die Quests bleiben stets auf simplem Niveau. Von den Dialogen mit den Charakteren darf man sich auch keinen sonderlichen Tiefgang erwarten. Die Figuren sind teils so schlicht gehalten, dass sie nicht mal einen Namen haben, sondern z.B. „Erfreute Frau“ heißen.

Fazit: Mit „One World“ findet die „Harvest Moon“-Serie definitiv nicht wieder zurück zur alten Größe als „Mutter aller Farming-Games“. Das Gameplay ist durchwachsen, die Grafik schlicht wie ein Mobile-Game und die offene Welt leider großteils leer und detailarm. Lediglich die Erkundungs-Komponente mit Chance auf ganz neue Entdeckungen (Mutationen, etc.) bewahrt das Game vor der Belanglosigkeit. Zu empfehlen ist „One World“ wohl wesentlich zwei Zielgruppen: Einerseits absoluten Neueinsteigern mit Farming-Vorliebe und andererseits hardcore „Harvest Moon“-Fans mit hoher Toleranzschwelle.

(Red.)

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