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Bauchfrei, gepierct, hochbegabt

Das Ende des Projekts „Sanat‘in dil‘i“ (Kunst als Sprache) ist auch ein Anfang. Beim Finale gestern Mittag am Dornbirner Spielboden blieb kein Auge trocken.

Komponist Murat Üstün versicherte im Gespräch mit den „VN” jedoch, dass ein groß angelegter interkultureller Dialog auch nach dem vorerst letzten Konzert nicht beendet ist. Man wird mit den Musikern und Komponisten, die man im Rahmen einer Reise nach Istanbul – und dem darauf erfolgten Gegenbesuch in Vorarlberg – kennengelernt hatte, weiter in Kontakt bleiben und in absehbarer Zeit eine CD produzieren.

Vorurteile abgelegt

Christoph Thoma, der einstige Geschäftsführer der Bludenz Kultur GmbH und jetzige Leiter der Grazer Spielstätten, hatte das Projekt initiiert, in dessen Rahmen das Vorarlberger Ensemble Sonus Brass etwa Meisterklassen an der Mimar Sinan Universität in Instanbul abhielt. „Der Level ist derselbe”, bestätigt der seit Jahren in Vorarlberg lebende Murat Üstün. Man habe mit etwa einem Dutzend Studenten intensiv gearbeitet und drei Komponisten nach Österreich gebracht. Freilich hat man, so das Fazit aus dem launigen Part der gestrigen Matinee, auch Vorurteilte abgelegt. Da staunten die Vorarlberger also nicht schlecht, als ihnen beim Ramadanfest in der Türkei Bauchfreiheit und Piercings begegneten. Reibungslos verläuft der Alltag weder hier noch dort, den Onur Özmen in die Komposition „Konflikt” einfließen lässt, bei der er Tempi und Instrumentengruppen wirkungsvoll und vielschichtig aufeinanderprallen lässt. Auch Daghan Dogu macht mit „Systole und Diastole” klar, dass Musik ein probates und höchst vergnügliches Kommunikationsmittel sein kann. Und der erst 19-jährige Mehmed Ertan Tanman gibt als seine kompositorischen Wurzeln Alban Berg an. Verständlich gemacht vom durch türkische Studenten verstärken Sonus Brass Ensemble hört sich dieser Ausflug zur modernen Klassik übrigens genau so gut an wie jener zu Jazz und Swing. Und wenn Murat Üstün „Trauer” vermittelt, sind wir ebenso tief berührt wie konzentriert. Gute Musik wird uns Menschen immer sensibilisieren. Auch deshalb brauchen wir sie.

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