Bangladesch: Tausende Tote befürchtet

Nach dem Rückgang des Hochwassers in den Katastrophen-gebieten im Osten Indiens hat starker Regen auch im Westen und Norden des Landes zu Überschwemmungen geführt.

Betroffen von den neuen Fluten seien die westlichen Bundesstaaten Maharashtra und Gujarat sowie im Norden der Punjab. In der Finanzmetropole Bombay, kleineren Städten und Dörfern seien Straßen überflutet, die Stromversorgung unterbrochen und Ernten vernichtet worden. In Folge des heftigen Monsuns im Osten des Landes kamen bisher mindestens 870 Menschen ums Leben, Millionen verloren ihre Häuser.

Die Wassermassen schwemmten in manchen Regionen die Gleise fort. Millionen Fahrgäste in ganz Indien warteten am Mittwoch lange oder vergeblich auf ihre Züge. In dem Bezirk Surat im Bundesstaat Gujarat wurden nach einem Bericht des Fernsehens rund 40.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Im Punjab half das Militär dabei, Bewohner in trockenere Gebiete umzusiedeln. In den heftig getroffenen nordöstlichen Bundesstaaten Assam und Bihar sind nach Schätzungen von UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, weiter etwa 30 Millionen Menschen betroffen.

Unterdessen breiten sich im Nachbarland Bangladesch nach nationalen Medienberichten Durchfallerkrankungen stark aus. Experten befürchten viele Tausende Tote durch Infektionskrankheiten, wenn nicht rasch weitere Vorsichtsmaßnahmen ergriffen würden. Die bisherigen Hilfen reichen nicht. Das Ausmaß des Hochwassers in Bangladesch sei ungewöhnlich und nur mit den Rekord-Überschwemmungen von 1988 und 1998 zu vergleichen, so die Weltwetterorganisation (WMO) am Mittwoch in Genf. Rund 30 Millionen Menschen seien betroffen.

Der Wiederaufbau in Bangladesch wird nach Einschätzung der Vereinten Nationen (UNO) mindestens ein Jahr dauern. Trotz aller Unsicherheiten zur Beurteilung der Lage stehe bereits fest, dass man zwölf Monate veranschlagen müsse, bis das Land wieder im vorherigen Zustand sei, erklärte der örtliche UN-Koordinator, Douglas Casson Coutts. Demnach arbeitet die UNO an einem Wiederaufbauplan, der nächste Woche vorgelegt werden soll.

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