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Baldauf erneut vor Gericht - dieses Mal als Zeuge

Dürr widerspricht Baldauf
Dürr widerspricht Baldauf ©APA
Der ehemalige Skilangläufer Dominik Baldauf ist vor rund zwei Wochen wegen schweren Sportbetrugs zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Nun steht er erneut vor Gericht: Um gegen seinen ehemaligen Kollegen Johannes Dürr auszusagen.
Baldauf zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt
Doping-Prozess: Für Baldauf wird es jetzt ernst

Der 27-jährige Vorarlberger hatte sich vor rund zwei Wochen teilweise schuldig bekannt. Er gab zu, sowohl Wachstumshormone genommen als auch Blutdoping betrieben zu haben. Herangeführt an das Doping habe ihn Johannes Dürr. "Dürr hat mir gesagt, wie es im Spitzensport zugeht. Er hat mir erzählt, was er gemacht hat und dass es einen deutschen Arzt gibt. Er hat aber nie gesagt, dass ich das auch machen soll", sagte Baldauf. Die Kontaktdaten zu dem deutschen Sportmediziner Mark S. habe er von Dürr bekommen, so der Vorarlberger.

Johannes Dürr musste sich nun am Montag am Landesgericht Innsbruck verantworten. Und bekannte sich teilweise schuldig. Ihm wurden von der Staatsanwaltschaft Vergehen nach dem Anti-Dopinggesetz und gewerbsmäßiger schwerer Sportbetrug vorgeworfen. Er soll selbst Blutdoping praktiziert, aber auch anderen Sportlern verbotene Wirkstoffe überlassen haben.

"Heute endlich Schlussstrich ziehen"

"Ich bin froh, dass heute endlich dieser Termin ist und ich heute einen Schlussstrich ziehen kann. Das alles verfolgt mich schon sehr lange", meinte der 32-jährige Niederösterreicher eingangs. Dürr gab zu, zunächst mit Hilfe des ehemaligen ÖSV-Trainers Walter Mayer und später mit jener des deutschen Sportmediziners Mark S. Blutdoping praktiziert zu haben.

Außerdem gab der Niederösterreicher auch zu, seinem damaligen Langlaufkollegen Harald Wurm Wachstumshormone von Mark S. mitgenommen zu haben. "Je nachdem wer gerade nach Deutschland gefahren ist, hat auch für den anderen Wachstumshormone mitgenommen", beschrieb Dürr die damaligen Vereinbarungen, bevor er 2014 zum ersten Mal des Dopings überführt worden war.

Dürr widerspricht Baldauf

Dürr bestritt jedoch weiterhin, Max Hauke und Dominik Baldauf an den deutschen Sportmediziner vermittelt zu haben. Ihn selbst habe der ehemalige ÖSV-Trainer Gerald Heigl zum ersten Mal zum Doping gebracht. "Er ist zu mir gekommen und hat gesagt: 'Jetzt haben wir was'", sagte Dürr. Die Entscheidung zu dopen, sei aber letztendlich seine eigene gewesen.

Mit Dürr gemeinsam wurde auch das Verfahren gegen Heigl verhandelt. Er musste sich ebenfalls wegen Vergehens nach dem Antidopinggesetz und wegen Sportbetrugs verantworten. Er soll Dürr mit Wachstumshormonen versorgt und zum Blutdoping vermittelt haben. Außerdem soll er die Trainingspläne von Baldauf und Hauke auf deren Eigenblutdoping abgestimmt haben. Seine Einvernahme war nach jener von Dürr geplant.

(APA / Red.)

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