Bald Urteile im Fußball-Skandal

Die Feier um den Weltmeistertitel drängt den Absprachenprozess gegen vier italienische Fußball-Klubs nur kurz in den Schatten. Spätestens am Mittwoch sollen die Urteile im Manipulationsskandal fallen.

Gerichtspräsident Cesare Ruberto will sich noch einen Tag Zeit nehmen, um die Erklärungen der Verteidigung zu überprüfen, danach soll er über das Schicksal von Juventus Turin, AC Milan, Lazio Rom und AC Fiorentina entscheiden.

Staatsanwalt Stefano Palazzi hatte drakonische Strafen für “Juve” angekündigt: Zwangsabstieg in die dritte Liga, Abzug von sechs Punkten bei Saisonbeginn und Aberkennung der Meistertitel der vergangenen beiden Jahre. “Vize” AC Milan soll in die zweite Liga relegiert werden und mit drei Minuspunkten an den Start gehen. Für den AC Fiorentina und Lazio Rom verlangte Palazzi ebenfalls den Abstieg in die Serie B und zusätzlich den Abzug von 15 Zählern. Vergleichsweise geringe Strafen sieht Palazzi dagegen für die Hauptakteure des Skandals vor. Für den ehemaligen Juve-Sportdirektor Luciano Moggi und den ebenfalls zurückgetretenen Verbandschef Franco Carraro verlangte der Untersuchungsrichter eine fünfjährige Suspendierung sowie die Zahlung von 5.000 Euro für jedes der insgesamt vier Vergehen, für das sie verantwortlich gemacht werden. Eine Fünfjahressperre sollen auch der zurückgetretene Juventus-Geschäftsführer Antonio Giraudo, Lazio-Klubchef Claudio Lotito, Fiorentina-Boss Diego Della Valle und dessen Bruder Andrea sowie Milan-Manager Leonardo Meani erhalten. Adriano Galliani, zurückgetretener Liga-Chef und Milan-Vizepräsident, soll zwei Jahre von der Fußball-Bildfläche in Italien verschwinden. Suspendierungen sind auch für die ehemaligen Schiedsrichter-Koordinatoren Pierluigi Pairetto und Paolo Bergamo sowie die Referees Gianluca Paparesta und Massimo De Santis vorgesehen.

Sollten die Klubs verurteilt werden, können sie immerhin noch auf eine Amnestie hoffen, die vom italienischen Justizminister, Clemente Mastella, gefordert wird. Gegen eine Amnestie sprach sich der Präsident der italienischen Abgeordnetenkammer, Fausto Bertinotti, aus. “Im Spiel sind wir Italiener sehr gut, doch das italienische Fußball-System hat sich als sehr schlecht erwiesen. Dies muss sich nun ändern”, betonte Bertinotti.

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