Babyfon: Anrufen statt ausrasten

Babyfon
Babyfon ©unbekannt

Ein Erfolgsprojekt im Bludenzer Krankenhaus mit IfS-Familienarbeit und connexia

Bevor frisch gebackene Eltern größere Sorgen bekommen oder gar verzweifeln, können sie im Bezirk Bludenz das Babyfon anrufen. Egal ob die Fragen die Pflege, finanzielle oder psychische Ängste betreffen, am anderen Ende hat immer eine kompetente Ansprechperson ein offenes Ohr. In den ersten acht Monaten hat sich das Gemeinschaftsprojekt des Bludenzer Krankenhauses, der IfS-Familienarbeit und der Elternberatung der connexia sehr bewährt. Das besondere daran: Bereits in der Geburtenstation sind zwei Mitarbeiterinnen der connexia für die Wöchnerinnen ansprechbar.

Manche Problemstellungen von neuen Eltern können bereits im Krankenhaus behoben werden. Ein vertrauensvolles Gespräch zwischen der Mutter und der Elternberaterin erleichtert es den Müttern, sich – wenn nötig – unterstützen zu lassen, sind Hildegard Burtscher und Helga Hartmann von der connexia überzeugt. Unterstützt werden sie von zwei Sozialarbeiterinnen der IfS-Familienarbeit. Gehen die Fragen oder Probleme der Eltern über das Pflegerische hinaus, stehen sie als Fachkräfte zur Verfügung. „Ist das Problem dringend, kommen wir sofort ins Krankenhaus. Ansonsten besuchen wir die Familien zuhause oder sprechen mit Ihnen – auf Wunsch auch in unserem Büro“, erklären Nicole Richter und Negin Salzgeber von der IfS-Familienarbeit.

0650 / 635 65 62: die Nummer bei Eltern-Kummer

Für Eltern, die nach der Geburt und in den ersten beiden Lebensjahren Unterstützung brauchen, wurde ein „Babyfon“ ins Leben gerufen. Unter obiger Rufnummer erhalten Eltern immer rasche und kompetente Hilfe. Auch in Arztpraxen und bei öffentlichen Stellen ist die sogenannte „Bauchweh-Tee“-Box aufgestellt. Auf dem Teebeutel steht die Babyfon-Nummer. Durch dieses Angebot werden die Eltern erreicht noch bevor die Situation aus dem Ruder gerät. Die Kontaktaufnahme erfolgt immer freiwillig, diskret und ohne Benachrichtigung der Ämter.

Babyfon wird zahlreich genützt

Schon in den ersten acht Monaten 2009 hat sich das Projekt in Bludenz bewährt. Insgesamt gab es im LKH Bludenz in dieser Zeit 283 Geburten. Mit 172 frischgebackenen Müttern haben die Babyfon-Mitarbeiterinnen im Krankenhaus Gespräche geführt, um ihre Situation abzuklären. Bei 36 Frauen (20%) ergab sich daraufhin eine weitere Betreuung. 60 Mütter haben die beiden connexia-Mitarbeiterinnen an andere Beratungsdienste, vorwiegend Eltern- oder Stillberatung und Hebammen-Nachbetreuung, verwiesen. 20 Familien hat die IfS-Familienarbeit in die nachgehende Betreuung übernommen. Sie wurden zum Teil von den connexia-MitarbeiterInnen im Krankenhaus, der Elternberatung oder anderen sozialen Einrichtungen an die Babyfon-Sozialarbeiterinnen des IfS vermittelt. Zum Teil haben sie sich selbst über das Babyfon gemeldet.

„Die Menschen, die wir über das Babyfon betreuen, kommen aus allen Schichten und Kulturkreisen. Die Themen betreffen die finanzielle Absicherung, Wohnungssuche oder das Ausfüllen von Anträgen genauso wie Gefühle von Überforderung in der neuen Rolle und Ängste, etwas falsch zu machen“, erzählt Nicole Richter. „Das besondere an diesem Projekt ist aber mit Sicherheit der einfache Zugang: Die Kontaktaufnahme im Krankenhaus, das Angebot von Hausbesuchen und die Freiwilligkeit.“

Die Nummer bei Eltern-Kummer

0650 / 635 65 62

Quelle: Franz AbbrederisBludenz

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