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Millionenbetrüger ist "ein schwarzes Schaf"

Peter Kolba vom VKI wirft dem AWD bei der Vermittlung von Immoblienaktien systematische Fehlberatung vor.
Peter Kolba vom VKI wirft dem AWD bei der Vermittlung von Immoblienaktien systematische Fehlberatung vor. ©APA
Schwarzach, Wien - 2009 hat VKI bereits fünf Klagen gegen AWD eingebracht. Der Streitwert: 40 Millionen.

Bereits im Jahr 2008 gingen beim Verein für Konsumenteninformation (VKI) in Wien 7000 Beschwerden gegen den AWD ein. 2500 Geschädigte schlossen sich nur ein Jahr später zusammen, und so brachte der VKI fünf Sammelklagen mit einer Gesamtschadenssumme in Höhe von 40 Millionen Euro ein. Der Vorwurf: Systematische Fehlberatung. Dass Gelder – wie im Fall des Koblacher Finanzberaters – veruntreut worden sein sollen, stellt hingegen eine Ausnahme dar.

Veruntreuung als Einzelfall

„In den uns bekannten Fällen wurden die Kunden falsch beraten. Bei der Veruntreuung in Vorarlberg handelt es sich tatsächlich um ein einzelnes schwarzes Schaf“, erklärt Peter Kolba, Leiter des Bereichs Recht beim VKI. Die Machenschaften dieses AWD-Beraters kann sich der Experte allerdings leicht erklären: „Anfangs werden den Beratern vom AWD hohe Provisionen versprochen, die aber meist nicht erreicht werden. Die hohen Erwartungen werden nicht erfüllt. Also kündigen die Berater, manche greifen aber auch zu illegalen Tricks.“ Und dann beginne sich der Teufelskreis erst so richtig zu drehen. Oftmals seien die Familie, Freunde, Bekannte und Verwandte von Finanzbetrügereien betroffen, so Kolba. Insider bestätigen das. Enge Freunde haben dem Koblacher Geld anvertraut und nicht bemerkt, wie hoch dessen monatliche Auslagen waren. Der mutmaßliche Millionenbetrüger musste horrende Fixkosten begleichen, die er wohl nur mit dem Geld seiner Anleger bezahlen konnte.

Seriöse Berater

Die Prozesse gegen den AWD dauern alle an. Urteile wurden noch nicht gesprochen. Dennoch ist sich Kolba sicher: „Dort arbeiten nicht nur seriöse Berater.“ Schließlich würden viele selbstständige AWD-Mitarbeiter angeworben, die keinerlei Bezug zur Vermögensberatung hätten und aus unterschiedlichsten Berufsgruppen kämen. „Auch aus diesem Grund wurde den Kunden von manchen Beratern erklärt, dass Immobilienaktien eine echte Alternative zum Sparbuch darstellen würden. Das stimmt aber nicht, die Aktie unterliegt vielen Einflüssen. Und deswegen ist das Geld der Betroffenen nun weg“, echauffiert sich der 53-Jährige über die Vorgehensweise des Unternehmens. Die Ermittlungen gegen den 57-jährigen Koblacher dauern derzeit noch an.

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