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Avanti-Räuber bald vor Gericht

©VOL Live/Ronny Vlach
Feldkirch - Neue Details der Anklage – Prozess um brutalen Überfall auf Tankstelle in Lustenau beginnt in zwei Wochen.
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In der Nacht auf den ersten Juli wollen fünf Männer die Avanti-Tankstelle in Hard überfallen. Doch die Situation ist ungünstig, und sie ziehen weiter zur Avanti nach Lustenau. Vier Männer – mit Knüppeln und einem Revolver bewaffnet – stürmen das Lokal. Einer von ihnen schießt völlig grundlos auf einen Stammgast, dessen einziger Fehler es ist, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Danach fliehen sie ins Freie. Der Fahrer wartet 80 Meter entfernt in seinem blauen Opel Omega. Einige Zeit tappen die Ermittler im Dunkeln, im Oktober werden dann drei Tatverdächtige gefasst, darunter auch der Schütze. Ein großer Erfolg für die Polizei. Zwei Serben werden nach wie vor mit internationalem Haftbefehl gesucht. Am 29. April muss das Schwurgericht darüber entscheiden, welche Schuld die drei Gefassten auf sich geladen haben. Dem 37-jährigen Serben und seinem 41-jährigen Landsmann wird versuchter schwerer Raub angelastet. Dem Schützen, einem 27-jährigen Rumänen, wird zusätzlich Mordversuch vorgeworfen. Dass sie die Tankstelle ausrauben wollten, gesteht das Trio. Was jedoch den Einsatz des Revolvers betrifft, gehen die Verantwortungen auseinander. Wie so oft schieben sich die Beschuldigten gegenseitig den schwarzen Peter zu. Fest steht, dass die beiden Serben bereits einen Monat vor dem Vorfall in dieselbe Tankstelle eingebrochen hatten. Somit kannten sie die Lokalität.

Schlüsselrolle

Den Drahtzieher sieht die Anklagebehörde in dem 37-jährigen Serben: Von ihm stammte die Waffe samt Munition, er besaß Ortskenntnisse, organisierte und lenkte das Fluchtfahrzeug. Der Mann wurde in Hohenems geboren, betrieb kurze Zeit in Schwarzach eine Kneipe und zog später nach Deutschland. Der Arbeitslose war Hartz- IV-Empfänger, bezeichnet sich als Zocker und litt unter chronischem Geldmangel. Der jüngste Angeklagte ist Rumäne, verheiratet und Vater zweier kleiner Kinder. Er suchte in Deutschland Arbeit, knüpfte ganz andere Kontakte und lernte so seine späteren Mittäter kennen. Ihm kam laut Anklage die Rolle des Auskundschafters zu. Er maskierte sich nicht einmal, denn er hatte keinen Bezug zu Österreich und wähnte sich in Sicherheit. Dass es zum Schuss aus dem Revolver kam, erklärt er mit einer Kurzschlussreaktion. Der Gast sei ihm völlig unvermittelt begegnet. „Ich hatte den Finger am Abzug, bin erschrocken und drückte ab“, gibt er an. Sein Komplize habe ihm versichert, dass die Waffe ungeladen sei. Darauf habe er sich verlassen.

Widersprüche

Der „Lieferant“ der Waffe sagte bei Einvernahmen jedoch etwas ganz anderes. „Alle haben gewusst, dass die Waffe geladen war“, so der 37-jährige Serbe bislang. Alle seien der Meinung gewesen, Patronen gehörten in einen Revolver. Welcher Version die Geschworenen Glauben schenken, wird sich am 29. April zeigen.

(VN)

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