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Autohehlerbande von der Polizei ausgehoben

Einer Bande von Autohehlern hat die Polizei nun das Handwerk gelegt.
Einer Bande von Autohehlern hat die Polizei nun das Handwerk gelegt. ©APA
Hunderte Fahrzeuge soll eine Bande von Autohehlern seit 2006 gestohlen und zerlegt haben. Nun hat die Polizei der europaweit agierenden Bande das Handwerk gelegt. Insgesamt soll ein Schaden von rund zwei Millionen Euro verursacht worden sein. Sechs Personen wurden festgenommen.
"Operation Schokoladentafel"

Die Fahrzeuge wurden in Einzelteile zerlegt und anschließend über ein Unternehmen in der Steiermark verkauft, gaben Ermittler der Landespolizeidirektion Burgenland und der Soko Kfz am Freitag bei einer Pressekonferenz im burgenländischen Kemeten bekannt. Beamte der bei der Landespolizeidirektion Burgenland eingerichteten Soko Kfz waren bei ihren seit Beginn des Vorjahres geführten Erhebungen wegen Autodiebstählen auf den 56-Jährigen Unternehmer im Bezirk Hartberg gestoßen. Die Fahnder hatten den Verdacht, dass in dem Betrieb im großen Stil Autoteile von gestohlenen Fahrzeugen verändert und anschließend weiterverkauft wurden, erläuterte Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil.

Autohehler stahlen mehrere hundert Fahrzeuge

Ermittler begannen mit der Überwachung des Betriebes: “Der Zugriff erfolgte am 15. Jänner 2013”, berichtete Chefinspektor Andreas Kummer von der Soko Kfz. In dem Betrieb stießen die Kriminalisten auf eine Unmenge von gestohlenen Autoteilen, die vorerst 216 in Europa gestohlenen Fahrzeugen zugeordnet werden konnten.

Die Liste über das Diebesgut liest sich wie der Lagerbestand eines Autozulieferers: 519 Motoren, 805 Getriebe, 1.116 Airbags und 307 weitere Fahrzeugteile wurden sichergestellt. Um sie geordnet zu verwahren, wurde eine Lagerhalle in Kemeten angemietet. Allein die gestohlenen Motoren füllen einen Raum komplett aus. “Wir haben auch über 600 Teile, die so verändert wurden, dass sie nicht zugeordnet werden konnten”, schilderte Kummer. Sie dürften von zumindest 400 weiteren gestohlenen Fahrzeugen stammen. Die Teile seien “professionell” bearbeitet worden: “Da ist viel kriminelle Energie und Know How notwendig, um solche Veränderungen durchzuführen”, meinte der Chefermittler.

Sechs Personen wurden festgenommen

Für sechs Verdächtige klickten im Rahmen der “Operation Scrap” im Jänner die Handschellen. Drei mutmaßliche Komplizen werden per internationalem Haftbefehl gesucht. An der Aktion zur Festnahme waren rund 130 Beamten der Cobra, Soko Kfz sowie der Landeskriminalämter Burgenland, Wien und Niederösterreich beteiligt. Die überraschten Verdächtigen ließen sich laut Polizei widerstandslos festnehmen. Der 56-jährige Unternehmer sitzt mittlerweile in Graz hinter Gittern.

“Es wird natürlich jetzt noch begonnen, die Buchhaltung dieser Firma zu durchforsten”, so Doskozil. Bei der Zerschlagung der Gruppe handle es sich um einen in seinen Dimensionen “für burgenländische Verhältnisse noch nie da gewesenen Fall”, der auch österreichweit einzigartig sei. Auch der burgenländische Wirtschaftskammer-Vizepräsident Stefan Balaskovics zeigte sich über den Schlag gegen die Autohehler erfreut. (APA)

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