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Ausstellung von Habachtaler Smaragden im Reformhaus

Seit 37 Jahren beschäftigt sich Rudi Fürpaß mit der Entstehung der Bergkristalle. Die Sommerausstellung zeigt eine Vielzahl an wertvollen Habachtaler Smaradgen. Neben seiner Sammlung an Bergkristallen werden bis Ende Sommer Leihgaben von Andy Steiner zu sehen sein

Behutsam nimmt Rudi Fürpaß ein besonders schönes Exponat aus dem Glasschrank. Seine Augen strahlen mit dem Kristall um die Wette. „Jedes Stück ist ein Unikat“, sagt er und wendet es vorsichtig in seinen Händen. Begonnen hatte alles im Jahr 1966. Der gebürtige Steirer kam als junger Mann nach Vorarlberg und wurde beim Grenzübergang Balderschwang als Zöllner eingesetzt. Rudi Fürpaß verliebte sich in die Berge und ein liebes „Wälderschmelgle“ namens Rosmarie. Das „Steinsuchen“ oder „Strahlen“ wie es im Fachjargon heißt, lernte er durch Elmar Albrecht aus Hittisau kennen.
Kochtopf
„Der erste Arbeitsgang besteht aus dem Absuchen des Felsens nach Kontaktzonen und Quarzbändern mittels Feldstecher“, erklärt Fürpaß. Erst dann beginnt die eigentliche Tour. Wird man nach oft langem Aufstieg fündig, kommen Hammer und Meißel zum Einsatz. Sprengen und das Arbeiten mit Maschinen sind verboten. Überhaupt gelten in diesem Metier strenge Gesetze. So darf beispielsweise nie ohne Bewilligung des Grundeigentümers oder in Weidegebiet „gestrahlt“ werden. „Die Entstehung eines Bergkristalls ist ist leicht erklärt“, so Fürpaß. „Man kann es mit einem Kochtopf voller heißem Wasser vergleichen. Als sich vor vielen Millionen Jahren die Alpen bildeten, entstanden in den Felsen Hohlräume, die so genannte „Blasen“. Durch die enorme Hitze bildeten sich Gase. Durch die Abkühlung von außen erstarrten die Tropfen mit der Zeit zu Kristallen“. Das Alter der Mineralien wird von Experten auf ca. 40 bis 60 Millionen Jahre geschätzt.
Schneeflocke
Ein Bergkristall sei mit einer Schneeflocke zu vergleichen, erklärt Rudi Fürp. „Er weist dieselbe Form auf, hat sechs Flächen und ist entweder ein „Angewachsener oder ein „Doppelender“. Als Doppelender wird ein Kristall mit zwei Spitzen bezeichnet“. Nur ca. ein Prozent der Funde sind „Doppelender“. Ein Heilstein sollte daher immer besagte zwei Spitzen aufweisen. Bergkristall hat auch verschiedene Begleitmineralien wie z. B. Brookit oder Kalzit in verschiedenen Wachstumsformen und Wachstumsflächen.
Glück im Unglück
Aus Sicherheitsgründen geht Rudi Fürpaß niemals allein auf „Schatzsuche“. Seit nunmehr 30 Jahren begleitet ihn Rudi Kopetschke aus Vandans. Das schlimmste Erlebnis hatten er und Elmar Albrecht vor etwa 25 Jahren, als ein Kollege von einer einstürzenden Kluft lebendig begraben wurde. „Wir mussten ihn buchstäblich aus der Felswand meißeln“, erinnert sich Fürpaß. Eine Helikopterbergung war wegen dichten Nebels unmöglich und so wurde der Schwerverletze mittels einer provisorischen Trage ins Tal befördert“. Er selbst habe immer Glück gehabt, meint Rudi Fürpaß und klopft auf Holz.
Süchtig
„Ich bin süchtig“, gesteht der 62-Jährige, „als ich meinen ersten Bergkristall fand, ließ es mich nie mehr los“. Wobei es Rudi Fürpaß weniger auf die Größe, als vielmehr auf die Reinheit und den Wuchs des Fundstückes ankommt. Ein interessanter Fund ergab sich 2006 während des Tunnelbaues im Schwarzachtobel. Den rabenschwarzen Stein mit der goldglänzenden Oberfläche bezeichnet Rudi Fürpaß als Pyrit in versteinerter Kohle. Aus der jahrzehntelangen Leidenschaft entstand mittlerweile eine umfassende Ausstellung alpiner Kristalle aus Vorarlberg, Deutschland und der Schweiz. Die mineralogischen Kostbarkeiten sind als ganzjährige Ausstellung im Reformhaus Fürpaß in Hittisau zu besichtigen.
BU:

Rudi Fürpaß
Geboren: 12. 5. 1945
Wohnhaft: Hittisau
Familie: Gattin Rosmarie, Tochter Sabine mit Familie
Hobbys: Steine suchen, wandern, fischen, Wintersport

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