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Ausgebrannte Fähre "Norman Atlantic": Sammelklage der Passagiere möglich

"Schiff hätte nicht abfahren sollen" - Suche nach Leichen an Bord.
"Schiff hätte nicht abfahren sollen" - Suche nach Leichen an Bord. ©AP
Brindisi, Dornbirn. Der italienische Konsumentenschutzverband Codacons denkt an eine Sammelklage wegen des Brands an Bord der Autofähre "Norman Atlantic" in der Adria am 29. Dezember. Der Vorarlberger Cengiz Hazir, der das Fährunglück mit seiner Mutter Nuriye überlebt hat, überlegt unterdessen noch, wie er weiter vorgehen soll.
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“Das Schiff hätte nicht fahren sollen, nachdem bei Kontrollen Sicherheitsmängel festgestellt worden waren”, teilte der italienische Konsumentenschutzverband Codacons am Montag mit. Auch unter den betroffenen Passagieren aus Österreich wird teils über Schadenersatzforderungen nachgedacht.

Vorarlberger überlegt noch

Der Vorarlberger Cengiz Hazir, der das Fährunglück mit seiner Mutter Nuriye überlebt hat, wusste am Montagvormittag noch nichts von einer Sammelklage. “Davon habe ich noch nichts gehört, ich überlege noch, wie ich weiter vorgehen soll”, sagte er gegenüber der APA.

Verband bietet Passagieren Unterstützung an

Bei Überprüfungen seien Probleme mit den Brandtüren und Mängel bei den Sicherheitsvorkehrungen an Bord festgestellt worden. “Trotzdem hat die Fähre weiterhin Passagiere an Bord genommen. Die Staatsanwaltschaft von Bari muss feststellen, wer der ‘Norman Atlantic’ erlaubt hat, weiterhin zwischen Italien und Griechenland zu reisen”, so Codacons. Der Verband bietet den Schiffbrüchigen Unterstützung bei Entschädigungsforderungen an.

Salzburger will Bus ersetzt haben

Der Salzburger Erwin Schrümpf, der Initiator der Griechenlandhilfe, der zwei volle Tage an Bord der brennenden Autofähre auf seine Rettung gewartet hatte, möchte jedenfalls den für seine Hilfsaktion entstandenen Schaden ersetzt haben. Er wird sich deshalb gegen Ende dieser oder Anfang kommender Woche mit einem Wiener Anwalt treffen, um sich zu erkundigen, wo er den Schaden melden kann. Ihm gehe es um den Bus, den er auf der Fähre verloren habe, sagte er gegenüber der APA. Nur für den Fall, dass er das Fahrzeug nicht ersetzt bekommt, würde er eine Klage überlegen. Dies sei vorerst aber noch kein Thema, zunächst warte er ab. Nach dem Gespräch mit dem Advokaten möchte Schrümpf auch jenen Tiroler informieren, der beim Unglück ebenfalls dabei war.

Tiroler Passagier hat noch nicht entschieden

Das Tiroler Fährenopfer, der im Zillertal lebende Mehmet Güyen, wusste zunächst nichts von einer Sammelklage. Auch ein Anwalt habe mit ihm bisher noch nicht Kontakt aufgenommen, berichtete sein Bruder, Haci Güyen, der APA. Den entstandenen Sachschaden etwa durch verlorenes Gepäck oder das notwendige Flugticket für den Heimflug schätze er auf etwa 6.000 Euro. Man überlege derzeit, selbst einen Anwalt mit dem Fall zu beauftragen, erklärte Güyen.

Experten bereits bei Concordia im Einsatz

Codacons hat unterdessen ein eigenes Team aus Rechtsanwälten und Gutachtern eingesetzt. Dabei handelt es sich um dieselben Experten unter der Leitung des Professors der Universität von Pisa, Bruno Neri, die gegen die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere wegen der Havarie der Costa Concordia am 13. Jänner 2012 vorgegangen waren.

Kurzschluss soll Brand ausgelöst haben

Die Ermittler im süditalienischen Brindisi vermuten, dass ein Kurzschluss die Katastrophe ausgelöst habe, bei der elf Passagiere sowie zwei Rettungskräfte ums Leben gekommen sind. An Bord befanden sich fünf Österreicher, die sich retten konnten. Der Kurzschluss sei wahrscheinlich durch die große Anzahl von Lkw mit Kühlanlagen verursacht worden, die sich an die Stromleitungen der Fähre angeschlossen hatten. An Bord befanden sich nach Angaben der Behörden 60 Laster, deutlich mehr als üblich. Viele waren mit Fisch für Silvester beladen.

13 Todesopfer, weiterhin 15 Vermisste

Das Innere des Schiffs, das seit Freitag im Hafen von Brindisi liegt, wurde weiterhin untersucht. Es könnten sich weitere Leichen in den Lkw im verbrannten Autodeck des Schiffes befinden. 15 Personen werden noch vermisst, darunter neun Griechen und ein sizilianischer Lkw-Fahrer. Die zweite Blackbox wurde gefunden und wird jetzt untersucht.

Die Fähre war auf dem Weg vom griechischen Patras zum italienischen Hafen Ancona nahe der griechischen Insel Korfu in Brand geraten. Wegen des schlechten Wetters gelang es erst nach eineinhalb Tagen, die letzten Menschen von Bord zu holen. Am Freitag wurde das ausgebrannte Schiff in den süditalienischen Hafen Brindisi geschleppt.

(APA)

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