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Indien hob Sonderstatus für Kaschmir in Verfassung auf

In Kaschmir wachsen die Spannungen
In Kaschmir wachsen die Spannungen ©APA (AFP)
Indien hat den Sonderstatus für die Unruheregion Kaschmir in der Verfassung aufgehoben. Innenminister Amit Shah erklärte am Montag im Parlament, ein Dekret des Präsidenten zur Streichung von Artikel 370 der indischen Verfassung, der dem Bundesstaat Jammu und Kaschmir Autonomierechte garantiert hatte, trete "sofort" in Kraft.

Bereits zuvor wuchsen die Spannungen im indischen Teil Kaschmirs. Die Behörden verhängten am Montag Ausgangssperren in der regionalen Hauptstadt Srinagar und in umliegenden Gebieten. Internetdienste wurden blockiert, das Handynetz und das Festnetz abgeschaltet, wie ein Reporter berichtete. Mehrere Regionalpolitiker erklärten, sie seien unter Hausarrest gestellt worden. Bewohner von Srinagar sagten, in Teilen der Regionalhauptstadt seien zahlreiche Soldaten unterwegs. Auch seien Schüsse zu hören.

Indien hatte in den vergangenen Tagen nach Angaben eines Sicherheitsvertreters Zehntausende zusätzliche Soldaten in die Region geschickt, die zwischen Indien und Pakistan umstritten ist. Zuletzt wurde zudem eine Terrorwarnung ausgesprochen.

Am Sonntag erklärte die indische Armee, pakistanische Soldaten und Milizionäre hätten versucht, die Demarkationslinie in Kaschmir zu überqueren. Der Versuch sei abgewehrt, fünf bis sieben Angreifer seien getötet worden. Pakistan wies die Angaben zurück.

Die Entscheidung den Sonderstatus für Kaschmir in der Verfassung aufzuheben, könnte in der mehrheitlich muslimischen Region im Himalaya, die auch von Pakistan beansprucht wird, für massive Spannungen sorgen. Die Region Kaschmir ist seit einem Krieg 1947 zwischen den beiden Atommächten Indien und Pakistan geteilt, wird aber bis heute von beiden Staaten zur Gänze beansprucht. In der Region kommt es immer wieder zu Spannungen.

(APA/ag.)

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